4 Faktoren, die Einfluss auf die Bildqualität digitaler Kameras haben

Die Bildstabilisierung

Faktoren, die durch den Bildstabilisierung beeinflusst werden

  • Schärfe
  • Auflösung
  • Bildrauschen

Auf den ersten Blick ist es vielleicht unverständlich, dass die Bildstabilisierung Einfluss auf die Bildqualität hat, aber wenn man es genau bedenkt macht es durchaus Sinn. Was bringt mir ein Bild das verwackelt ist und die Details, die theoretisch vorhanden sind, verloren gehen.
Die Bildstabilisierung sorgt dafür, dass längere Belichtungszeiten aus der Hand fotografiert werden können, bevor eine höhere Empfindlichkeit eingestellt werden muss. Die Bildstabilisierung verringert dadurch das Bildrauschen und erhöht somit die Bildqualität. Die heutigen Bildstabilisierungssysteme können bis zu 7.5 Blendenstufen kompensieren, d.h wenn ich eigentlich 1/100s bräuchte, um aus der Hand zu fotografieren, kann ich mit einem solchen System mehr als 1s verwenden. Hier ein Vergleich, der den Unterschied verdeutlicht.

0.5 sek Belichtungszeit bei 140mm mit Bildstabilisierung.
Ausschnitt vom oberen Bild
0.5 sek Belichtungszeit bei 140mm ohne Bildstabilisierung.
Ausschnitt vom oberen Bild

Interessanterweise gibt es hier auch einen Zusammenhang zur Sensorgröße. Denn je kleiner ein Sensor ist, desto effizienter kann eine Bildstabilisierung konstruiert werden. Ein kleiner Sensor ist leichter und kann deswegen schneller bewegt werden. Dadurch, dass weniger Masse bewegt wird, wird auch weniger Energie benötigt.

Der Bildprozessor

Faktoren, die durch den Bildprozessor beeinflusst werden

  • Schärfe
  • Auflösung
  • Bildrauschen
  • Kontrast
  • Objektivkorrektur

Auch der Bildprozessor hat einen essentiellen Einfluss auf die Bildqualität. Im Bildprozessor ist das Know-How hinterlegt, wie man aus den Rohdaten des Sensors ein gutes Bild generiert. Kommt ein neuer Prozessor auf den Markt, werden bis dahin gesammelten Erfahrungen natürlich mit berücksichtigt. Die Bildqualität wird verbessert. Was das bedeutet, versuche ich an folgenden Bildern zu veranschaulichen. Dazu habe ich das gleiche Bild einmal mit der Olympus OM-D E-M10 Mark II und einmal mit der Olympus OM-D E-M10 Mark III aufgenommen. Beide verwenden denselben Bildsensor, haben aber Bildprozessoren verschiedener Generationen. Also perfekt, um den Effekt der Weiterentwicklung bei Bildprozessoren zu demonstrieren.

OM-D E-M10 Mark II, ISO1600
OM-D E-M10 Mark III, ISO6400
Crop E-M10 Mark II, ISO1600
Crop E-M10 Mark III, ISO6400

Obwohl bei der E-M10 Mark III mit einer Empfindlichkeit von ISO6400 aufgenommen wurde, die Empfindlichkeit also 2 Blendenstufen höher ist, sieht man im Bildrauschen keine Unterschiede. Dies ist alleine dem Bildprozessor Fortschritt geschuldet. Der Sensor in beiden Kameras ist der Gleiche.

Neben dem Bildrauschen wird die Bildqualität insofern durch den Bildprozessor beeinflusst, dass durch digitale Prozesse inzwischen auch Objektivfehler korrigiert werden können. So kann der Randlichtabfall und der Farbquerfehler inzwischen richtig gut korrigiert werden.

Zusammenfassung

Die Bildqualität wird nicht alleine durch den Sensor und seine Größe beeinflußt, sondern hängt von vielen Faktoren ab. Die vier Komponenten Objektiv, Sensor, Bildstabilisierung und Bildprozessor beeinflussen gemeinsam die Bildqualität. Nur wenn alle Komponenten höchste Qualität haben, kann am Ende der Kette auch höchste Qualität herauskommen. Ich kenne heutzutage kein System am Markt, das für alle Anwendungen genügend Bildqualität liefert. Deshalb sollten wir als Fotografen die Entscheidung, welches Kamerasystem wir verwenden wollen, nicht an der Sensorgröße festmachen. Größe, Gewicht, Design und Handling spielen eine wesentlich wichtigere Rolle, weil dies Faktoren sind, die die Kreativität beeinflussen.

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