Eine Reise durch das Baltikum

Dieser Sommer war ganz speziell, da durch das Coronavirus lange Zeit nicht klar war, ob Reisen überhaupt möglich sein wird. Deshalb hatten wir uns besonders gefreut, dass unsere lang geplante Reise ins Baltikum dann doch noch möglich war. Für eine Rundreise durch die drei Statten Litauen. Lettland und Estland hatten wir uns entschieden mit dem eigenen Auto zu fahren und haben deshalb eine Überfahrt mit der Fähre von Kiel nach Klaipeda gebucht. Obwohl die Fährüberfahrt ca. 20 Stunden dauert, ist das, gegenüber dar Option mit dem Auto durch Polen anzureisen, die wesentlich entspanntere Variante.

Kleipeda

Unsere erste Station war Kleipeda. Hier hatten wir eine Airbnb Unterkunft, die in der Nähe des Melnrange Strands gelegen war, gebucht. Ein wunderschöner Strand, den man von der Ferienwohnung in 5 Minuten zu Fuß erreichen konnte. Hier ein Bild vom Strand, welches ich während meines Aufenthaltes dort gemacht habe.

Melnrage beach, Kleipeda

Neben dem Strand direkt in Klaipeda, gibt es auch ein wunderschönen Strand auf der Kurischen Nehrung bei Smiltyne, den man mit einer Fußgängerfähre bequem von Klaipeda erreichen kann. Mit einem Fahrpreis von 1,50€ für Hin- und Rückfahrt ist diese auch sehr erschwinglich. Der Strand hat den Vorteil, dass er sehr flach ist und somit auch für Kleinkinder hervorragend geeignet ist.

Neben dem Strand in Smiltyne ist die Kurische Nehrung auch so eine Reise wert, weil wunderschön. Da wie das gesamte Balitkum erleben wollten, hatten wir leider nur einen Tag Zeit um uns die Nehrung anzuschauen. Aus diesem Grund konnten wir uns nur Nida, dem letzten Ort vor der Grenze zu Kalliningrad, anschauen. In Deutschland ist Nida vor allem durch Thomas Mann, der dort mehrere Sommer verbrachte, bekannt. Dort haben wir die Parnidis Düne bestiegen, von der man einen wunderbaren Blick auf die Nehrung hat.

Pernidis Düne. Blickrichtung Südosten

Auf der Düne selbst gibt es eine ausgeklügelte Sonnenuhr, die selbst die Unterschiede des Sonnenstandes je Monat berücksichtigt. Ehrlich gesagt hätte ich die Bezeichnungen vor Ort nicht entschlüsseln können, aber ein Einheimischer war so nett mir diese zu erklären.
Nida selbst ist ein sehr schöner Urlaubsort in dem man schön die Seele baumeln lassen kann. Auf der Ostseeseite der Kurischen Nehrung mit einem sehr schönen Strand, an dem wir den Tag mit einem Bad in der Ostsee ausklingen ließen.

Die Stadt Klaipeda selbst ist nicht besonders attraktiv. Zwar gibt es eine kleine Altstadt, die ist allerdings nicht besonders sehenswert und es gibt auch nicht viele Geschäfte die zum Bummeln einladen würden. Alleine die alte Markthalle ist einen Besuch wert, weil man dort noch ein wenig die Ursprünglichkeit Litauens erleben kann und bei älteren Menschen, die sich zu Ihrer vermutlich kleinen Rente etwas hinzuverdienen müssen Gemüse und Obst aus privatem Anbau kaufen kann. Ansonsten hat Klaipeda nicht viel zu bieten, deshalb waren wir glücklich, so schönes Wetter gehabt zu haben. Perfekt um die unbeschreiblich schönen Strände zu genießen, welche genügend Platz bieten um in Coronazeiten die Abstände einzuhalten.

Nachdem wir 6 Tage die Sonne genießen konnten, machten wir uns auf den Weg in Richtung Riga. Auf dem Weg dorthin machten wir einen kleinen Stop in Kuldiga. Kuldiga ist eine kleine Stadt, mit einer sehr schönen Altstadt und einem sehr breiten, wenn auch nicht besonders hohem, Wasserfall, den man per Fuß überqueren kann. Da wir an diesem Tag ungefähr 27°C in Schatten hatten, waren wir mehr als glücklich diese Gelegenheit war zu nehmen.

Kuldiga Wasserfall

Riga

Unsere zweite Station war Riga. Unsere Unterkunft war etwas außerhalb in Norden unweit von einem Strand in der Bucht von Riga. Direkt an einem Altarm der Daugava. Sehr schön und ruhig gelegen. In Riga hat uns vor allem das Jugendstil Viertel gefallen. Hier reiht sich ein schönes Haus and das andere. Leider sind viele der Häuser nicht zugänglich. Deshalb war es nicht möglich die wunderschönen Treppenhäuser zu besichtigen.

Neben der Innenstadt ist noch das Automuseum einen Besuch wert. Die Besonderheit hier ist, das viele der ausgestellten Autos noch verwendet werden. Die Autos also vom Besitzer quasi nur untergestellt sind und jederzeit für eine Ausfahrt abgeholt werden können. Besonders interessant für Kinder ist eine Abteilung in der man erleben kann wie ein Motor oder Getriebe funktioniert. Wir haben natürlich auch die Örtlichkeiten unserer Unterkunft genossen.
Da wir direkt am Altarm der Daugave wohnten und unsere Vermieter uns ein Ruderboot zur Verfügung gestellt hat, haben wie die „Wildness“ erkundet und konnten ein paar nette Bilder machen.

Tallinn

Unsere dritte Station war Tallinn die Hauptstadt in Estland. Hier war wir, ich und meine Frau, schon einmal vor 12 Jahren. Weil es uns dort damals so gut gefallen hat, hatten wir uns für diese Baltikumreise entschieden. Der Tourismus in den letzen Jahren hat allerdings die Stadt nicht gerade attraktiver gemacht. Wenn man über den Rathausplatz geht wird man von allen Seiten angesprochen ob man nicht Lust hat ins Restaurant zukommen. Mir persönlich war das zu viel. Dennoch ist die Stadt selbst wunderschön und hat einen mittelalterlichen Flair den man nirgendwo anders finden kann.

Ansicht der Altstadt Tallinns

Aber auch außerhalb der Stadt gibt es Attraktionen. Unsere Vermieterin, die sehr gut Deutsch gesprochen hat, hat uns einen Besuch des Kaila Wasserfalls empfohlen. Ein wunderschöner Fleckchen Erde, der auf jeden Fall einen Besuch wert ist. Gleich in der Nähe des Wasserfalls gibt es ein kleines wunderschönes Schloss, dass auch ein Restaurant beheimatet.

Wasserfall Keila
Schloss Keila

Ganz in der Nähe des Wasserfalls gibt es auch eine Steilküste und einen Strand an dem man beinahe alleine ist. Perfekt geeignet um die Seele baumeln zu lassen und zu entspannen.
3 Tage Tallinn waren genau richtig für uns, um die Erinnerungen die wir vor 12 Jahren in Tallinn gemacht haben wieder zum Leben zu erwecken. Nun ging es wieder in Richtung Süden. Zu unserer letzten Station Vilnius.

Vilnius

Bevor wir unsere Reise begonnen hatten, haben wir gelesen, dass die drei Hauptstädte im Baltikum nicht unterschiedlicher sein könnten und das stimmt. Riga wird hauptsächlich auch seine Jugendstilbauten geprägt, Tallinn hingegen ist UNESCO Weltkulturerbe wegen seinem perfekt erhaltenen mittelalterlichem Stadtkern und Vilnius erinnert mit seinen Kirchen und der Stadtstruktur sehr an Rom. Mir persönlich hat Vilnius am besten gefallen, weil es nicht so touristisch ist wie Tallinn und mehr Flair ausstrahlt als Riga.

In der Altstadt gibt es an jeder Ecke einen neuen Blick auf kleine Gässchen, Kirchen oder andere schöne historische Gebäude. Für Fotografen ein Paradis und ich hätte gut und gerne noch weiter 5 Tage dort verbringen können, um Bilder zu machen. Leide gab unser Urlaubszeitplan dies nicht her. So habe ich einen Grund wieder zu kommen und die Stadt in ein paar Jahren neu zu entdecken.

Nach beinahe 3 Wochen endete unsere Reise mit der Rückfahrt von Vilnius nach Kleipeda und von dort aus mit der Fähre zurück nach Kiel.

4 Antworten auf „Eine Reise durch das Baltikum“

  1. Danke für den Reisebericht. Wir planen eine Reise ins Baltikum im September für drei Wochen. Hoffentlich kommt uns nicht ein neuer Lockdown dazwischen. Ich freue mich schon riesig auf diese Reise. Wir wollen mit dem Auto durch Polen fahren. Vielleicht können Sie mir ja noch ein paar Tipps geben.

    1. Hallo Ute, wir sind nicht durch Polen gefahren weil wir schon in Hamburg wohnen und Kiel sehr nahe ist. Der Weg durch Polen war uns zu weit. Was habt Ihr denn geplant?

      1. Da wir im Südosten von Berlin wohnen, wäre Kiel aus unserer Sicht die verkehrte Richtung. Die Anreise durch Polen könnte eventuell noch durch Masuren führen, um dann in einer großen Runde die drei baltischen Staaten abzudecken. Die Hauptstädte werden wir sicher auch besuchen, aber nicht den Schwerpunkt darauf legen. Die Natur und Kultur auf dem Lande sollte im Vordergrund stehen.

        1. Die Natur ist sehr einzigartig. Nehmt so viele Naturschutzgebiete mit wie es geht. Wir waren in Sigulda nur einen ganzen Tag, aber dort kann man so viele Dinge sehen, dass es gerne auch 3-4 Tage sein können. Eine Fahr mit dem Kanu auf dem Gauja ist auf jeden Fall sehr schön. Die kurische Nehrung ist auf jeden Fall auch ein muss. Leider hatte ich nicht die Zeit mir mehr Natur anzuschauen. Wir aber beim nächsten Besuch nachgeholt.

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