Hat der Term Brennweite ausgedient?

Bild der weißen Olympus PEN E-P7

Zu analogen Zeiten war die Welt noch einfach. Wenn man von den Mittelformatkameras, die sich damals nur professionelle Fotografen leisten konnten, mal absieht, gab es den Kleinbildfilm für den die Hersteller Kameras anboten. Alle Brennweiten waren untereinander leicht und einfach zu vergleichen. Heutzutage gibt es allerdings gleich mehrere Formate. Neben dem Kleinbild gibt es noch das APS-C und das Micro Four Thirds Format, die durch unterschiedliche Sensorgrößen bei gleicher Brennweite einen anderen Bildwinkel aufzeichnen. Erschwerend kommt noch hinzu, dass die APS-C Kamera ebenfalls leicht unterschiedliche Größen besitzen. Bei Canon ist APS-C 22,3×14,9 mm2 und bei 23,5×15,6mm2 was sich wenig anhört aber dann doch einen Unterschied im aufgezeichneten Bildwinkel macht.

Da sich die Kunden zu analog Zeiten an die Brennweitenangaben im Kleinbildformat gewohnt hatten, wurden zu Beginn des digitalen Zeitalters von den Kameraherstellern die Brennweiten anderer Sensorformate über den sogenannten Cropfaktor auf Kleinbild umgerechnet. Das half dem Anwender zu verstehen welchen Bildwinkel er mit dem Objektiv aufnehmen konnte. Die Herangehensweise war zu Beginn sicherlich sinnvoll, weil die gesamte Zeilgruppe der Hersteller die Brennweitenangaben von den analogen Kamera gewohnt waren und es somit einfacher war neue Produkte zu verkaufen. Heutzutage ist das aber nicht mehr der Fall, da die junge Generation nicht mit dem Kleinbildformat aufgewachsen ist. So stelle ich immer wieder fest, dass ich in fragende Augen schaue wenn ich von Cropfaktor spreche und versuche zu erklären, dass das Objektiv mit der Brennweite von 25mm im Micro Four Thirds Format denselben Bildwinkel (Ausschnitt) wie einem 50mm Objektiv im Kleinbild aufnimmt. Schließlich steht auf dem Objektiv, meistens sehr prominent 25mm und nicht 50mm.

Wieso verwenden wir nicht den Bildwinkel?

In den Spezifikationen der Objektive geben die Hersteller immer auch den Bildwinkel an, der bei einem 25mm im Micro Four Thirds Format und bei einem 50mm im Kleinbildformat mit 47° identisch ist. Würden die Hersteller also statt der Brennweite den Bildwinkel auf die Objektive schreiben wäre wieder ein Vergleich, ohne jegliche Umrechnung, möglich. Selbst Neueinsteiger würden verstehen dass die beiden Objektive für denselben Zweck einzusetzen sind. Klare wäre es für die Experten unter uns zunächst einmal eine Umstellung. Wer hat schon für jedes Objektiv den Bildwinkel im Kopf, aber das ist nur eine Frage der Zeit, vor allem dann wenn auf jedem Objektiv der entsprechende Bildwinkel, statt der Brennweite aufgedruckt wäre, würde es uns schon bald leicht fallen die Bildwinkel parat zu haben.

Fazit

Mir ist bewusst, dass es sich hier nur um ein theoretisches Gedankenspiel handelt. Dazu ist die gängige Praxis zu sehr verwurzelt. Vor allem die Hersteller, die Kleinbildsensoren einsetzen, haben ein starkes Interesse diese Sensorgröße als Referenz zu haben. Dies stärkt deren Position als Heiliger Gral der Bildqualität. Vom Endanwender gedacht macht es aber durchaus Sinn den Bildwinkel zu verwenden, denn alle Objektive wären direkt vergleichbar. Eine Umrechnung von Brennweiten wäre nicht notwendig. Ja vielleicht nicht für diejenigen unter Euch die sich gut auskennen, aber all diejenigen die neu in die Fotografie einsteigen und von alle dem keine Ahnung haben, werden es einfacher haben.

Eure Meinung ist gefragt

Ich freue mich mit Euch das Thema zu diskutieren. Also hinterlasst einen Kommentar mit Eure Perspektiv bzw. Meinung. Ich freue mich über eine sachliche Diskussion mit Euch.

Almbachklamm ein natürliches Revier für die E-M1 Mark III und das 8-25mm F4 Objektiv

Bild der Kugelmühle der Almbachtalklamm

In meinem Artikel “Meine Erfahrungen mit dem M.Zuiko Digital ED 8-25mm F4.0 PRO” habe ich euch ja schon das 8-25mm Objektiv vorgestellt und dargelegt wie flexibel dieses einsetzbar ist. Nun war ich in den Alpen im Urlaub und habe an einem Tag entschieden mir die Almbachklamm bei Berchtesgaden anzuschauen. Ich wollte möglichst nur die E-M1 Mark III und ein Objektiv mit nehmen. Da die Almbachklamm sehr eng ist habe ich mich für das 8-25mm F4 entschieden.

Die Almbachklamm

Die Klamm liegt nicht weit entfernt von Berchtesgaden, am Rande der B305 die in Richtung Salzburg führt, und gehört zu der Gemeinde Marktschellenberg. Am Eingang befindet sich die letzte in Betrieb befindliches Kugelmühle, in der noch Marmorkugeln mit der Wasserkraft des Almbaches hergestellt werden (Titelbild des Beitrages). Die Klamm selbst ist 3km lang und am Ende steht mit der Theresienklause ein Damm mit dem die Holzdrift, eine frühe Art des Holztransports, ermöglicht wurde. Zurück kannst du dann entweder wieder durch die Klamm, oder über den Etterberg and er Wallfahrtskirche “Maria Heimsuchung” vorbei wandern. Wir haben allerdings die Klamm bereits auf der Hälfte verlassen und sind direkt zum Ettenberg aufgestiegen. Wenn du dich über den Wanderweg genauer informieren willst findest du eine Karte mit Höhenprofil hier. Hier siehst du auch wie lange die Wanderung dauert.

Die Klamm, das natürliche Revier für die E-M1 Mark III und das M.Zuiko Digital ED 8-25mm F4 PRO Objektiv

Wie schon bei der Auswahl des Objektives erwartet stellte sich heraus, dass die Wanderung genau das Revier für die Kombination aus E-M1 Mark III und 8-25mm Objektiv war. Da die Klamm zumindest bis zur Hälfte sehr eng ist, braucht man häufig eine sehr kurze Brennweite, dennoch sind auch einige der Motive weiter entfernt, so dass der Zoombereich des Objektive voll ausgeschöpft wird. Gleich zu beginn der Klamm gibt es einen kleinen Tobel, der durch eine Brücke sehr gut erreichbar ist und deshalb auch sehr gut fotografieren kann.

8mm F11, 1,6 sek
22mm F11, 1,6 sek

In den Bilder erkennst du schon wie nützlich der Zoombereich des Objektives ist, und wie dieser auch zur Bildgestaltung eingesetzt werden kann, aber auch weshalb die E-M1 Mark III so praktisch für solch eine Wanderung ist. Mit dem eingebauten LiveND Filter kann man nämlich auch ohne einen Graufilter einfach Langzeitbelichtungen realisieren, mit deren Hilfe du die Bewegung des Wassers schön sichtbar machen kannst. Dank der hervorragenden Stabilisierung benötigst du kein Stativ. Das Stativ hatte ich zu Hause gelassen um mir unnötiges Gewicht für die Wanderung zu ersparen.

25mm, F13, 2 sek

Viele behaupten, dass ein Zoomobjektiv nur in seinen extremen Brennweiten verwendet wird. In diesem Fall also bei 8mm bzw. 25mm. Diese Wanderung zeigt mir allerdings etwas anderes. Ich habe auch die Brennweiten zwischen den extremen verwendet, je nach dem wie es eben die Komposition des Bildes erforderte. Das Bilder der Kirche ist zum Beispiel mit 18mm entstanden. Das Bild vom Wasserlauf wurde mit 14mm aufgenommen.

Fazit

Wie schon in der Überschrift angedeutet war die Entscheidung das M.Zuiko Digital ED 8-25mm F4 PRO auf die Wanderung mitzunehmen im Nachhinein genau die Richtige. Das Objektiv deckte mit dem Brennweitenbereich genau das ab, was benötigt wurde. Aber auch die E-M1 Mark III konnte ihre Stärken voll ausspielen. Vor allem die Bildstabilisierung in Kombination mit dem eingebauten LiveND Filtern (es handelt sich hier um einen digitalen ND Filter) waren sehr hilfreich um Bilder zu realisieren, die normalerweise nur mit Stativ und physikalischen Filtern möglich gewesen wären. So hatte ich aber nur eine Kamera mit einem Objektiv dabei. Stativ und ND Filter konnte ich zu Hause lassen und somit einiges an Gewicht sparen, welches mich auf der Wanderung ansonsten zusätzlich belastet hätte.

Olympus PEN E-P7 und OM-D E-M10 Mark IV kompatibel mit Profoto O-TTL remote?

Silberne Olympus PEN E-P7 liegend

Der schwedische Blitzhersteller Profoto gehört zu einer der renommiertesten in der Welt. Ihre Studioblitzsysteme sind hochwertig, sehr zuverlässig und können kabellos gesteuert werden. Mit Air Remote TTL gibt es eine Blitzfernsteuerung die auch über TTL die Lichtmenge für Studioblitzanlagen steuern kann. Dies macht die Studiofotografie wesentlich einfacher als in früheren Zeiten und beschleunigt Abläufe im Studio. Außerdem wird es auch einfacher Studioblitzsysteme zu bedienen.

Offiiziell kompatible Produkte

Auf der Profoto Website sind folgende Olympus Kameras

  • OM-D E-M1X
  • OM-D E-M1 Mark III
  • OM-D E-M1 Mark II
  • OM-D E-M1
  • OM-D E-M5 Mark III
  • OM-D E-M5 Mark II
  • PEN-F

Wie du siehst handelt es sich hierbei nur um die hochwertigen Kameras, die als Zeilgruppe professionelle Fotografen im Sinn haben. Macht auch irgendwie Sinn, diese Kameras werden von denjenigen gekauft, die sehr an der Fotografie interessiert sind und deshalb auch wahrscheinlicher im Studio fotografieren als Einsteiger.

Was ist mit der PEN E-P7 und der OM-D E-M10 Mark IV

Vor einiger Zeit hat Olympus ein eigenes System zum fern auslösen ihrer Systemblitze veröffentlicht, das über Funk auch eine TTL Steuerung anbietet. Die PEN E-P7 und die OMD E-M10 Mark IV sind die ersten Einsteigerkameras die dieses System unterstützen. Die Grundvoraussetzungen für dieses System sind sicherlich ähnlich zu dem von Profoto., deshalb habe ich es einfach einmal ausprobiert. Air Remote TTL-O auf die Kamera gesteckt und auf TTL gestellt. Blitz eingeschaltet und auf volle Leistung gestellt. Kamera auf eine weiße Wand gerichtet und ausgelöst. Siehe da, die Leistung des Blitzes wird automatisch reduziert und die weiße Wand neutral grau dargestellt. Scheint also das die beiden Kameras mit dem Air Remote TTL-O zusammenarbeiten würde.

Sind die beiden Kameras nun kompatibel?

Nein sind sie nicht. Solange die Kameras nicht offiziell auf der Profoto Webseite als kompatible aufgeführt werden, sind sie auch nicht kompatible. Es kann nämlich sein, dass jederzeit die Zusammenarbeit mit dem Air Remote TTL-O nicht mehr funktioniert. Zum Beispiel dann wenn eine Firmware aktualisiert wird und die Kommunikation mit dem Air Remote TTL-O verändert wird. Dann kannst du als Anwender dich nicht darauf berufen, dass die Kamera funktionieren muss. Außerdem deckt der kurze Test den ich gemacht habe sicherlich nicht die Funktionen ab, die abgedeckt werden müssen um kompatible zu sein. So könnte es zum Beispiel sein, dass der Highspeed Sync Modus nicht funktioniert oder der Blitz nicht zu 100% synchron ausgelöst wird. Deshalb rate ich dir hier nicht den Air Remote TTL-O zu kaufen, wenn du eine PEN E-P7 oder eine OM-D E-M10 Mark IV besitzt. Solltest diesen aber sowieso schon haben um diesen mit einer der kompatiblen Kameras zu einsetzen, spricht aber nichts dagegen wenn Du diesen auf mal mit der PEN E-P7 oder OM-D E-M10 Mark IV einsetzt. Solltest Du das machen freue ich mich wenn du deine Erfahrungen hier mit mir und den anderen teilst.

Wie du dich auf ein Thema fokussieren kannst

Vielleicht ist es dir auch schon einmal so ergangen, dass du mit andern Fotografen unterwegs warst, und du am Ende des Tages beim Betrachten der Ergebnisse bemerkt hast, dass deine Mitstreiter andere Bilder nach Hause gebracht haben als du. Sie haben andere Motive und Perspektiven gesehen. Diese Erfahrung zeigt, Fotografie hat sehr viel mit Sehen zu tun, was man über die Jahr mit Erfahrung lernen kann. Du kannst das Lernen zu sehen, aber auf forcieren. Hierzu gibt es verschiedene Möglichkeiten, eine davon ist es sich vor dem Fotowalk ein Thema zu geben. Das hilft enorm und ergibt andere Ergebnisse als wenn du nur so los gehst.

Eine weitere Möglichkeit ist es mit sogenannten Fotokarten, wie den “Inspiracles” oder “See the bigger picture”, zu verwenden. Dies hilft besonders dann wenn du keine Ideen hast und Inspiration brauchst.

Last but not least kannst du dich auch mit einem Thema auseinandersetzen und dadurch deine Wahrnehmung sensibilisieren.

Photowalk mit Thema

Sich ein Thema vorzunehmen hilft sich zu fokussieren und Motive wahrzunehmen, die ansonsten im Verborgenen geblieben wären. Ich mache das von Zeit zu Zeit und merke immer wieder, nachdem ich 2-3 Stunden unterwegs war, dass mir plötzlich Dinge auffallen, die mir ansonsten nicht aufgefallen wären. Wie zum Beispiel bei meinem Fotowalk mit dem Thema Spiegelungen. Zu Beginn viel es noch sehr schwer Bilder zu finden die zum Thema passen es wurde dann aber besser je länger der Fotowalk andauerte. Als ich mich dann von meinen Mitstreitern verabschiedete konnte ich nichts mehr anderes sehen.

Themen Karten

Das Prinzip der Themen Karten ist simple. Auf der einen Seite findest Du Infornationen zum Thema selbst mit einer kurzen Beschreibung wie es umgesetzt werden kann und auf der anderen findest die Beispiele die dich inspirieren sollen. Nun hast du zwei Möglichkeiten wenn du zum Fotografieren los gehst. Entweder du gehst durch die Karten durch und entscheidest dich für das Thema, welches dich an diesem Tag am meisten interessiert, oder, nach meiner Meinung die spannendere, du ziehst einfach eine Karte und lässt dich auf das Thema ein. In beiden Fällen wirst du merken, dass es hilft. sich auf ein Thema zu fokussieren.

Sich mit einem Thema auseinandersetzen

Vor allem im letzten halben Jahr ist es mir besonders aufgefallen, dass sich meine Art zu sehen und zu fotografieren sehr verändert hat. Wegen der Pandemie habe ich viel von zu Hause aus gearbeitet und bin deshalb über die Mittagspause durch den Park gegangen und hatte immer eine Kamera mit langer Brennweite dabei. Ziel war es heimische Vögel zu fotografieren. In den ersten Tagen, habe ich die Vögel zwar gehört aber sehen konnte ich sie nicht. Je mehr ich mich damit beschäftigt habe, desto mehr habe ich Vögel gesehen und konnte sie auch in ihrer natürlichen Umgebung fotografieren ohne dies mit Futter anzulocken. Höhepunkt der Wahrnehmung was, als ich beim Joggen im Augenwinkel einen kleinen Vogel wahrgenommen habe der sich auf einen kleinen Ast gesetzt hatte. Neugierig habe ich angehalten und der Vogel stellte sich als Kleiber heraus, der zu seinem Nest geflogen ist.

Meine Erfahrungen mit dem Olympus 150-400mm F4.5 Objektiv

Mit dem M.Zuiko Digital ED 150-400mm F4.5 TC1.25x IS PRO hat Olympus ein einzigartiges Objektiv vorgestellt, das es so bei keinem anderen Hersteller gibt. Der Brennweitenbereich deckt einen Bildwinkel eines Kleinbildobjektives mit 300-800mm Brennweite ab und es wiegt dabei nur ein wenig mehr als 1800g. Dies macht das Objektiv sehr mobil und du kannst ohne Weiteres aus der Hand fotografieren ohne ein Stativ zu benötigen. Bei Kleinbildobjektiven mit diesem Bildwinkelbereich ist das auf keinen Fall möglich, da diese sehr viel größer und schwerer sind. Du sparst Dir also neben dem Gewicht, dass das Objektiv leichter ist auch noch das Stativ.
Hinzu kommt eine hervorragende Bildstabilisierung die mit der Stabilisierung in der Kamera zusammenarbeitet und somit Dich bei fotografieren unterstützt, dass Du trotz langer Brennweite die Bilder nicht verwackelst.

Ich hatte bereits die Möglichkeit das Objektiv auf Herz und Nieren zu testen und will mit Dir meine Erfahrungen teilen. Mein aller erster Eindruck in dem Moment in dem ich das Objektive zum ersten Mal in der Hand hatte war, wow ist das leicht. Klar es ist schwerer als Objektive mit kürzeren Brennweiten, es ist schließlich das größte in der Micro Four Thirds Familie. Nimmst Du es dann aber in die Hand bist Du überrascht wie leicht es ist. Um dies zu erreichen hat Olympus das Objektiv nicht zu 100% aus Aluminium gefertigt, sondern nur an den Stellen an denen die Stabilität dies erfordert. Alle anderen Bereiche sind auch Carbon verstärktem Kunstoff und das merkt man wenn man es in die Hand nimmt. Dennoch fühlt es ich sehr hochwertig an. Zusätzlich ist die Gegeblichtblende auch aus Carbon gefertigt, wodurch eine sehr gute Balance zwischen Kamerabody (in meinem Falle eine E-M1X) und Objektiv auch dann erreicht wird, wenn die Gegenlichtblende angebracht ist. Die Kombination liegt hervorragend in der Hand.

Handling

Wie oben beschrieben liegt das Objektiv durch eine hervorragende Balance sehr gut in der Hand. Zum Handling ist aber noch viel mehr zu sagen. Zum Einen gibt es an der Seite mehrere Schiebeschalter um Fokusbereich, Bildstabilisierung, Fokussierung, und das Verhalten der L-Fn Knöpfe einzustellen. Diese sind sehr gut erreichbar und auch “blind”, wenn man durch den Sucher schaut, zu bedienen. Der Schalter um den 1.25x Telekonverter einzuschwenken liegt an der genau richtigen Stelle und kann sowohl im Quer- als auch im Hochformat sehr gut erreicht werden. Fokussierung und Zoom ist butterweich und kann ohne großen Kraftaufwand und dennoch sehr präzise eingestellt werden. Sehr praktisch sind auch der Fn Button mit dem das Objektiv entweder auf eine bestimmte vordefinierte Entfernung eingestellt, oder eine vorprogrammierte Funktion aufgerufen werden kann. Die vordefinierte Entfernung kann einfach durch einen kleinen Knopf der gleich neben dem Schalter für den Telekonverter liegt zu jederzeit definiert werden. Das ist eine wunderbare Funktion, wenn Du zum Beispiel sicherstellen willst auf eine bestimmte Entfernung schauzustellen auch wenn störende Objekte im Weg sind. Beispiele hierfür sind zum Beispiel Tiere die unter Bäumen sind und die Gefahr besteht, dass der AF auf die Äste scharf stellt.
Im Gegensatz zu Kleinbildobjektiven haben Micro Four Third Objektive den Vorteil einen sehr geringen Fokussierabstand zu besitzen. Das M.Zuiko Digital ED 150-400mm F4.5 TC1.25x IS PRO hat über den gesamten Brennweitenbereich einen mindest Fokussierabstand von gerade einmal 1.3m. Dies gilt auch dann, wenn Du den eingebauten Telekonverter oder einen der beiden externen Telekonverter verwendest. Diese Tatsache macht das Objektiv schon beinahe zu einem Makroobjektiv und ist deshalb hervorragend geeignet um Schmetterlinge oder Libellen zu fotografieren. Die lange Brennweite sorgt nicht nur dafür, dass Du in der Lage bist genügend Abstand zu den scheuen Tieren zu halten sondern sorgt auch für wunderschönen unscharfen Hintergrund.

Bildqualität

Das Objektiv ist in allen Bereichen top. Die Schärfe wird jeden professionellen Anforderungen gerecht. Selbst wenn der eingebaute Telekonverter verwandt wird gibt es keinerlei Beanstandungen und auch im Zusammenspiel mit dem MC-14 bzw. MC-20 ist die Bildqualität hervorragend. Im Zusammenspiel mit dem MC-20 kommt man bei diesem Objektive auf eine sagenhafte Brennweite von 1000mm, welche einem Bildwinkel von 2000mm Kleinbild entspricht. Selbst bei dieser Brennweite ist durch den hervorragenden Bildsabilisator fotografieren aus der Hand kein Problem. Dein Stativ kannst Du getrost zu Hause lassen. Das mach nicht nur Dein Reisegepäck leichter sonder macht Dich beim Fotografieren auch agiler und erlaubt es auf Änderungen schneller zu reagieren. So ist es zum Beispiel das Verfolgen von Vögeln sehr einfach möglich.
Der Autofokus arbeitet in allen Konfigurationen schnell, leise und vor allem hoch präzise. Dies ist dann hilfreich wenn Du schnell bewegte Objekte fotografieren willst. Themen wie Verzeichnung, Vignettierung oder gar chromatische Aberration sind bei diesem Objektiv kein Thema.

Vergleich zum M.Zuiko Digital ED 100-400 F5-6.3 IS

Ich weiß der Vergleich hinkt ein wenig, das 100-400mm ist wesentlich günstiger als das 150-400mm. Das 150-400mm ist zwar größer doch liefert eine bessere Lichtstärke und ist nicht nur optisch mindestens eine Klasse besser sondern auch wesentlich flexibler einsetzbar. Schließlich hat es noch einen 1.25x Konverter eingebaut, den man einfach ein oder ausschwenken kann. Du musst also nicht erst einen zusätzlichen Konverter einbauen, das erlaubt Dir schneller auf die Situationen vor der Kamera zu reagieren. Das ist ein echter Mehrwert. Des Weiteren ist der Autofokus wesentlich schneller und präziser. Versteht mich nicht falsch das 100-400mm ist für seinen Preis ein hervorragendes Objektiv. Das 150-400mm ist allerdings eben deutlich besser.

Ergebnisse

Genug geschrieben. Es ist besser Bilder sprechen zu lassen als hier ein paar Beispielbilder die ich mit dem Objektiv aufgenommen habe. Hast Du Fragen lass es mich in den Kommentaren wissen.

Andere Erfahrungen

Andy Rousefotografierte mit dem Objektiv un Großbritannien und teilt seine Bilder und Gedanken hier.
Petr Bambousekfotografierte mit dem Objektiv in Costa Rica und teilt seine Bilder uns Erfahrungen hier. (Englisch)
Frank Fischerspricht mit mir über das Objektiv hier.
Peter ForsgardNette Einführung das Objektives bei YouTube. (Englisch)
Andreas GehHervorragender Tier- und Naturfotograf teilt seine ersten Erfahrungen auf seinem Blog.
Scott BourneSeine ersten Erfahrungen und Bilder findet ihr hier (Englisch)
Imaging ResourceSchöner Bericht über technische Details des Objektives hier. (Englisch)
Andre BossHervorragender Vogelfotograf spricht über seine persönlichen Erfahrungen mit dem Objektiv hier.

M.Zuiko Digital ED 100-400mm F5-6.3 IS

Diese Woche hat Olympus das M.Zuiko Digital ED 100-400mm F5-6.3 IS vorgestellt und ich hatte die Möglichkeit damit bereits zu fotografieren. Nachdem ich die ersten Bilder gemacht hatte, was ich persönlich sehr überrascht über die hervorragende Bildqualität. Es handelt sich schließlich um ein sogenanntes Standardobjektiv und nicht um ein Pro Objektiv. Dennoch ist an der Bildqualität nichts auszusetzen, Auch an der Geschwindigkeit und der Präzision des Autofokus ist nichts auszusetzen. Die technischen Daten sind ausführlich auf vielen Webseiten beschrieben worden, deshalb will ich auf diese hier überhaupt nicht eingehen. Meine Intention hier ist über die Erfahrungen, die ich mit dem Objektiv gemacht habe zu teilen und zu beschreiben.

Lichtstärke

Das Objektiv ist mit einem Blendenbereich von 5-6.3 nicht gerade Lichtstark, weshalb man als Fotograf bei schlechten Lichtbedingungen dazu gezwungen wird die Empfindlichkeit der Kamera zu erhöhen. Ich habe mit einer Olympus OM-D E-M1 Mark III fotografiert und dabei Empfindlichkeiten bis zu 6400 ISO verwenden und bin durchweg mit den Ergebnissen zufrieden. Muss man also nicht gerade schnell bewegte Objekte bei sehr schlechten Lichtverhältnissen fotografieren, ist das Objektiv sehr gut geeignet. An die Grenzen kommt es wenn die Lichtsituation nicht ideal ist.

Brennweitenbereich

Mit einem Brennweitenbereich von 100-400mm ist das Objektiv hervorragend für die Tierfotografie und im speziellen der Fotografie von Vögeln geeignet. Das Objektiv liefert einen Bildwinkel, der dem eines 200-800mm für das Kleinbildformat entspricht. Zusätzlich können die 1.4x und 2.0x Telekonverter von Olympus verwendet werden. Dadurch erreicht man einen Bildwinkel, dem Kleinbildformat entsprechend, von bis zu 1600mm. Dies hilft zusätzlich Bilder aus einer großen Entfernung aufzunehmen, was natürlich vor allem hilfreich bei Tieren, die scheu sind. Die Ergebnisse sind sowohl mit dem MC-14 als auch mit dem MC-20 sehr ansehnlich. Der Nachteil ist, dass man mit den Konvertern 1 bzw. 2 Blendenstufen an Lichtstärke verliert und so noch mehr Licht für die Aufnahme haben sollte, wenn man nicht zu sehr die Empfindlichkeit erhöhen will.

Makro Eigenschaften

Neben der herausragenden Teleobjektiveigenschaften hat das Objektiv auch noch einen sehr geringen Fokusierabstand. Dadurch kann das Objektiv auch hervorragend für Makrofotografie eingesetzt werden. Durch den geringen Aufnahmeabstand bekommt man eine sehr geringe Schärfentiefe, was zu einer sehr schönen Freistellung führt. Hier ein paar Bilder die mit geringem Aufnahmeabstand entstanden sind.

Bildstabilisierung

Das Objektiv verfügt zwar über eine Bildstabilisierung, aber im Gegensatz zu dem M.Zuiko Digital ED 300mm F4 IS PRO, unterstützt es kein Sync IS, bei dem die Stabilisierung von Objektiv mit der der Kamera zusammenarbeitet. Die Bildstabilisierung ist also nicht ganz so effektiv. Wenn man Olympus Kameras mit dem Objektiv einsetzt gibt es dennoch eine Verbesserung der Bildqualität wenn sowohl die Bildstabilisierung an Objektiv und an Kamera eingeschaltet ist. Dann übernimmt das Objektiv die Verschwenkachsen und die Kamera korrigiert die Rotationsbewegung, die hauptsächlich durch das Drücken des Auslösers entsteht.

Fazit

Das Objektiv ist für alle die eine lange Brennweite zu einem fairen Preis suchen ist das M.Zuiko Digital ED 100-400mm F5-6.3 IS perfekt geeignet. Mit den zusätzlichen Makroeingenschaften bietet das Objektiv einen Mehrwert und macht das es universell einsetzbar und die perfekte Ergänzung für jeden Fotorucksack. Der einzige Wermutstropfen ist die Lichtstärke, welche das Einsatzgebiet des Objektives für schlechte Lichtverhältnisse einschränkt. Für ein lichtstärkeres Objektiv muss man aber wesentlich mehr Geld auf den Tisch legen.