Ist die Zukunft der Photoindustrie düster?

wood light art house

Die goldenen Zeiten der Photoindustrie sind definitiv vorbei. Die führende Messe der Branche, die Photokina, eingestellt und die Kameras in Smartphones werden immer leistungsfähiger. Dennoch gibt es auch viele neue Aktionen, die die Fotografie voran bringen. So haben sich Festivals wie das Umweltfotofestival »horizonte zingst«  oder der Oberstdorfer Fotogipfel etabliert. In Hamburg gibt es mit der Photopia eine neue Messe, die sogar vom Photoindustrieverband unterstützt wird. Die Frage ist also in welche Richtung bewegt sich die Photoindustrie.

Welchen Einfluss haben die Smartphones

In der Tat haben sich die Kameras in Smartphones stark entwickelt. Sie sind inzwischen auch durch computational Fotografie, wesentlich besser als das was man früher in Kompaktkameras gefunden hat. Neuvorstellungen verkaufen sich nur dann, wenn dies wesentliche Verbesserungen besitzen. Bei den eigentlichen Funktionen eines Smartphones gibt es hier nicht mehr viel Möglichkeiten. Deshalb konzentriert sich die Smartphone Industrie darauf in der Fotografie als Hauptargument zu verwenden. Das zieht, und viele der Anwender kaufen auch die neue Generation, weil die Kamera in wesentlichen Punkten verbessert wurde. Ist das aber ausreichend um Kameras mit Wechselobjektive zu verdrängen? Hier gibt es ein klares Jein. Für die Masse der Anwender ist das sicherlich genug. Anspruchsvolle Fotografen, die die Brennweite als kreatives Element einsetzen wollen, reicht das sicher nicht aus. Trotz künstlicher Intelligenz kann eine Brennweite nur schwer simuliert werden. Zusätzlich erfordern Anwendungsfälle wie Tierfotografie lange Brennweiten. Diese stehen bei Smartphones nicht zur Verfügung.

Welchen Einfluss haben technische Entwicklungen?

Sehr lange hatte es die Photoindustrie einfach ihren neuen Entwicklungen den Endkunden zu verkaufen. Alleine die Erhöhung der Pixelanzahl auf dem Sensor löste ein Sturm der Begeisterung aus. Das funktionierte selbst dann noch als die Auflösung mehr als ausreichend war, alles zu drucken was du dir wünschen konnte. Hier kamen Argumente wie, ihr könnt die Datei nachträglich zuschneiden ohne Angst zu haben, dass die Auslösung nicht ausreichend ist. Inzwischen hat die Auflösung allerdings ein Niveau erricht, dass auch dieses Argument lächerlich macht.

Selbst mit einer eher geringeren Auflösung von 20 Millionen Pixel kann ich locker einen 4x Ausschnitt machen und immer noch alles drucken. Die Auflösung hat mittlerweile eher den Stellenwert der Taktfrequenz eines Prozessors. Sie spiel bei der Entscheidung eine Kamera zu kaufen nur noch eine untergeordnete Rolle spielen. Deshalb sind im Moment auch eher Themen wie Sensorgröße oder Rauschverhalten in der Kommunikation der Photoindustrie eine wichtige Größe.

Ähnlich wie mit der Pixelanzahl, kann man mit der Sensorgröße einfach kommunizieren, dass eine Kamera besser ist. Größer ist immer besser. Nur wird dieses Argument nicht mehr lange ziehen. Die Endanwender lernen, dass Smartphones mit super kleinen Sensoren tolle Bildqualität liefern können. Dies wird durch computational Funktionen unterstützt. Hier haben die Smartphone Hersteller einen großen Vorsprung, der von den Kameraherstellern nur schwer aufzuholen sein wird. Sie adressieren bereits Argumente wie eine geringere Schärfentiefe bei größeren Sensoren.

Interessiert Dich das Theme Bildqualität und die Komponenten die diese beeinflussen, empfehle ich dir meinen Beitrag "4 Faktoren, die Einfluss auf die Bildqualität digitaler Kameras haben" zu lesen.

Das das Thema Sensorgröße ein Auslaufmodel ist zeigt auch der Misserfolg der Kompaktkameras mit großem Sensor. Wenn jemand seriös fotografieren will dann greift er zu einer Kamera mit Wechselobjektiv. Nicht zu einer Kompaktkamera mit größerem Sensor.

Spielt die Größe der Kamera eine Rolle?

Ist die Auflösung und die Sensorgröße erst einmal kein Thema mehr kommen andere Faktoren in den Fokus, die bisher als Nachteil empfunden wurden. Die Größe der Kamera die ich mit mir herumtragen muss / will ist hier an erster Stelle zu nennen. Schließlich ist die beste Kamera, diejenige die ich dabei habe. Auch hier hat das Smartphone einen erheblichen Vorteil. Nicht nur ist es erheblich kleiner als Systemkameras, sondern es ist auch immer dabei. Das Smartphone erfüllt ja nicht nur die Aufgabe der Fotografie, sondern ist auch gleichzeitig Kommunikationsmittel in verschiedenen Kanälen und aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Hier ist die Photoindustrie also auch unter druck und versucht mit Kameras mit Sensorgrößen in APS-C oder Micro Four Thirds gegenzusteuern. Dies kann nur teilweise gelingen.

Wie kann die Photoindustrie überleben

Eines ist klar, der Markt für Photokameras ist wesentlich kleiner geworden und wird weiter schrumpfen. Es kommt nicht von ungefähr, dass alle Hersteller ihre operativen Größen verkleinern und inzwischen die kleineren Märkte in Europa nicht mehr mit eigenen Mitarbeiter sondern mit Distributoren bedienen. Der Markt entwickelt sich vom Massenmarkt wieder zurück zur Nische. Frank Fischer hat es mal auf den Punkt gebracht.

“Systemkameras werden die Vinylplatten der Fotografie werden”

Frank Fischer

Die Photoindustrie kann also nur den Weg der Spezialisierung gehen und Funktionen anbieten die Smartphones nicht anbieten können. Vor allem die Möglichkeit Brennweiten zu wechseln und lange Brennweiten anzubieten stehen hier an erster Stelle. Aber nicht nur die Funktionen werden in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Die Photoindustrie muss die Bedürfnisse nach Information von seriösen Fotografen und Amateuren stillen. Hier reicht es nicht mehr aus oberflächlich zu sein. Die Informationen müssen für das jeweilige System fundiert sein. Dabei muss klar werden wie das Potential der Systemkameras auch vollständig ausgenutzt wird.

Was denkt ihr darüber

Dieser Beitrag ist nun länger geworden als ich dachte. Ich hoffe trotzdem, ich konnte Euch meine Gedanken ein wenig näher bringen. Wie denkt ihr über das Thema? Ich freue mich über eine angeregte, sachliche Diskussion in den Kommentaren.

USB-RAW Processing in OM Workspace sinnvoll?

OM Workspace ist eine RAW Datenentwickler der jeder Besitzer eine Olympus / OM System Systemkamera kostenlos herunterladen und verwenden kann. Da es sich um die Haus eigene Software handelt, die bei jeder Produktvorstellung aktualisiert wird, ist es jeweils der ersten und oft auch für einige Zeit der einzige RAW Datenentwickler der es ermöglicht mit RAW Daten zu arbeiten. Neben der Möglichkeit den Prozessor deines Rechners zum Berechnen der RAW Daten zu verwenden, gibt es bei OM Workspace schon seit einiger Zeit die Möglichkeit auch den Prozessor der Kamera zum Entwickeln der RAW Daten zu verwenden. In den sozialen Netzwerken und den einschlägigen Foren wird heftig diskutiert, ob und wann es Sinn macht den Kameraprozessor zum Entwickeln der RAW Dateien zu verwenden und wann nicht. Ich will hier versuchen ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen.

Bild einer OM-1

Was ist USB-RAW Processing in OM Workspace?

Ein Prozessor in einer Kamera hat andere Aufgaben als ein Prozessor in einem Computer. Deshalb sind diese vom Konzept und Aufbau sehr unterschiedlich. Ein Kameraprozessor ist sehr auf die Aufgaben die in einer Kamera anfallen optimiert. Die Bedienung der Kamera muss zu jeder Zeit möglich sein. Die Funktion einer Kamera muss möglichst ohne Verzögerung gewährleistet sein. Deshalb haben Kameraprozessoren spezielle Regionen, die ausschließlich für Bildverarbeitung zuständig sind. Deshalb kann ein Kameraprozessor die Bildverarbeitung schneller abarbeiten als ein Prozessor in einem Computer der auf generelle Aufgaben optimiert ist. Aus diesem Grund hat OM Workspace die Möglichkeit den Prozessor der Kamera zum Entwickeln der Bilddaten zu verwenden.

Wie kann ich USB-RAW Processing verwenden?

Damit du USB-RAW Processing in OM Workspace verwenden kannst musst du zum Einen Olympus Workspace installiert haben und zum Anderen eine Kamera (kompatible Kameras sind: E-M1 Mark III; E-M1 Mark II, E-M1X und die OM-1) über USB an deinem Rechner angeschlossen und eingeschaltet haben. Dabei ist es wichtig, dass du die Kamera anschließt, mit der du auch die Bilder aufgenommen hast. Wichtig ist, dass du die Kamera im Modus “RAW/Control” betreibst, ansonsten ist die Software nicht in der Lage USB-RAW Processing anzubieten. Außerdem solltest du darauf achten, dass die Kamera direkt an den Computer angeschlossen ist und du keinen USB Hub verwendest.

Nachdem du die Software gestartet hast kannst du nun in der Software entweder in der Menüleiste USB-RAW Processing aktivieren.

Bildschirmfoto wo sich USB-RAW Prozessing in OM workspace aktivieren lässt

Oder für den Fall, dass du USB-RAW Processing ausschließlich verwenden willst in, dies OM Workspace in den Optionen mitteilen.

Bildschrimbild der Optionen in OM Workspace

Hast du dass alles gemacht verwendet die Software den Kameraprozessor um die Bilder zu entwickeln.

Wann macht es Sinn USB-RAW Processing zu verwenden und wann nicht?

Im FalleHast Du einen Rechner der neusten Version von Apple die von Rechnerleistung nur so strotzen? Dann mach USB-RAW processing nur Sinn wenn Du dieselbe Bildqualität wie aus der Kamera bekommen willst. In allen andere Szenarien, wird das Entwickeln mit dem Kamerasensor schneller vonstattengehen als mit dem Prozessor deines Computers. Ich habe ein Macbook Pro aus dem Jahre 2018. Das Entwickeln mit dem Kameraprozessor ist 10x schneller als mit dem Intel Prozessor. Wenn du selbst einschätzen willst ob es bei dir Sinn macht oder nicht, kannst Du einen einfachen Test. Freue mich, wenn ihr eure Erfahrungen in den Kommentaren mit mir teilt.

OM-D E-M1 Mark III / OM-1 Firmware aktualisieren

Von Zeit zu Zeit werden bei Kamera entweder Fehler behoben oder neue Funktionen hinzugefügt. In beiden Fällen geschieht dies über die Aktualisierung der Firmware. Bei Kameras von OM Digitalsolutions geht das entweder mit Hilfe von OM Workspace oder mobil über OI.Share mit dem Smartphone. Ich will euch hier zeigen wie es mit OI.Share funktioniert. Die Aktualisierung mit OI.Share funktioniert im Moment mit der E-M1 Mark III oder OM-1. Alle anderen Kameras kannst Du nur mit OM Workspace aktualisieren.

Firmware Aktualisierung mit OI.Share

Voraussetzung für die Installation mit OI.Share ist, dass du die Kamera bereits mit OI.Share gepaart hast und an der E-M1 Mark III oder OM-1 das WLAN aktiviert hast. Sollte das der Fall sein, kannst Du oben rechst das Zahnrad drücken um zu den Einstellungen zu gelangen.

In den Einstellungen findet Du einen Eintrag der mit Kameramanagement bezeichnet ist

Klickst du darauf öffnet sich entsprechend das Kameramanagement, in dem du neben Informationen über die Kamera, die Einstellungen der Kamera speichern oder eben die Firmware aktualisieren kannst. Die Aktualisierung findest Du unter “Firmware aktualisieren”.

Die sich öffnende Datei, zeigt Dir an welche Firmware sich auf der Kamera und dem angeschlossenen Objektiv befindet. Drückst Du “Firmware überprüfen” fragt die Software auf dem Server in Japan nach welche Firmware aktuell ist.

Sollte es eine neuere Firmware geben wir diese in dem Fenster angezeigt und darunter gibt es eine Schaltfläche zum aktualisieren der Kamera.

Folgen den Anweisungen auf dem Bildschirm um die Aktualisierung der Firmware auf der Kamera zu beenden.

Dabei sind folgende Punkte wichtig.

  1. Beachte, dass der Akku deiner Kamera mindesten 50% Ladung hat. Weniger sollten es auf keinen Fall sein. Besser ist es wenn er vollständig geladen ist.
  2. Stelle sicher, dass während die Firmware aktualisiert wird die Stromversorgung nicht unterbrochen wird. Das ist ganz wichtig. Sollte sie nämlich zu einem ungünstigen Zeitpunkt unterbrochen werden, dann ist auf der Kamera in schlimmsten Fall keine Firmware. Die Kamera nicht mehr gestartet werden. Dann muss die Kamera in den Service geschickt werden.
  3. Beachte unbedingt alle Hinweiser von OI.share. Während die Firmware aktualisiert wird, werden auch deine Einstellungen die auf der Kamera sind zwischen gespeichert. Wenn Du nicht alle Punkte während der Aktualisierung befolgst kann es sein, dass diese verloren gehen.

Auf dieselbe Art und Weise kann auch die Firmware angeschlossener Objektive aktualisiert werden.

Firmware Aktualisierung mit OM Workspace

Die Aktualisierung der Firmware mit OI.Share ist eine tolle Sache. Hiermit kannst du unterwegs ohne Computer, die Firmware auf den neuesten Stand zu bekommen. Allerdings wird das im Moment nur von der E-M1 Mark III und der OM-1 unterstützt. Wenn du zu Hause bist ist eine Aktualisierung der Firmware auch über OM Workspace möglich. Hierzu musst Du zunächst Deine Kamera über das mitgelieferte USB Kabel an den Rechner anschließen und einschalten. Sobald du die Kamera eingeschaltet hast, zeigt die Kamera einen Dialog an. Hier kannst Du einstellen wie die Kamera mit dem Rechner angesprochen werden soll. Zum Aktualisieren der Software musst du “Speicher” auswählen und mit “OK” bestätigen.

In OM Workspace findest du im Menü unter “Kamera” den Punkt “Update” den du zum Aktualisieren der Firmware auswählen musst. Hast du das gemacht, startet der Kamera Updater. Jetzt ist der Ablauf sehr ähnlich wie bei OI.share.

Der Kamera Updater zeigt Euch an ob es eine neue Firmware Version gibt. Zum Aktualisieren deiner Kamera / deines Objektives, wählst du einfach das entsprechende Produkt aus und drückst auf aktualisieren. Auch hier solltest Du den Anweisungen auf deinem Bildschirm genau folgen. Drücke erst auf “Weiter” nachdem du das große “OK” auf der Kamera gesehen und die Kamera einmal aus und wieder eingeschaltet hast.

Besitzt du eine E-M1 Mark III, E-M1X oder OM-1 speichert OM Workspace deine Kameraeinstellungen. Bei älteren Kameras ist das leider nicht möglich.

Tipps für Apple Anwender

Im Falle, dass ihr einen Apple Rechner zum Aktualisieren der Firmware verwendet, kann es sein, dass ihr verschiedene Fehlermeldungen bekommt. Die Ursache dieser Fehlermeldungen sind meistens in drei Dingen begründet.

  1. Ihr verwendet ein USB-C Kabel oder einen USB-A auf USB-C Adapter der die Daten nicht richtig überträgt. Achtet darauf, dass ihr wenn möglich das Originalkabel, welches eurer Kamera beiliegt verwendet.
  2. Ihr have die Kamera über einen Hub angeschlossen. Bitte sorgt dafür, dass die Kamera direkt an eurem Rechner angeschlossen ist.
  3. Die Sicherheitseinstellungen im Betriebssystem sind für OM Workspace nicht genügend freigeschaltet. Wenn ihr alle Rechte richtig vergeben habt und dennoch Probleme habt, überprüft die in den Systemeinstellungen. Eventuell verhindern Einstellungen der Firewall, dass die Software mit dem Firmware Server zu kommunizieren.

AI detection AF der OM SYSTEM OM-1

Mit der OM-1 hat OM Digitalsolutions,  die  intelligente Objekterkennung  die mit der OM-D E-M1X eingeführt wurde,  auf ein neues Level gehoben. Neben der zusätzlichen Erkennung von Katzen und Hunden ist sowohl die Geschwindigkeit der Erkennung als auch die Genauigkeit wesentlich verbessert worden. Ich beschreibe hier welche Verbesserungen implementiert sind.

Geschwindigkeit

Bei der OM-1 gibt es für die intelligente Objekterkennung zwei wesentliche Neuerungen. Das ist zum Einen der Sensor und zum Anderen der Bildprozessor. 

Beim Sensor handelt es sich um einen Backside Illuminated Stacked CMOS Sensor, der Pixel besitzt, die in vier Subpixel unterteilt sind. Dieses Design bringt zwei erhebliche Verbesserungen gegenüber der OM-D E-M1X. Ein Stacked Sensor kann wesentlich schneller ausgelesen werden und stellt somit die für den Autofokus notwendigen Informationen schneller zur Verfügung. Die vier Subpixel werden einzeln ausgelesen und somit als Kreuzsensoren für den Phasendifferenz  Autofokus eingesetzt. Das ist auch der Grund weshalb die OM-1 eine 100% Abdeckung von Autofokussensoren über die Sensorfläche hat. Doch ein schnelleres Auslesen des Sensors ist nur die halbe Miete. Um wirklich Nutzen daraus zu ziehen, muss der Bildprozessor entsprechend  schnell bei der Verarbeitung sein. Deshalb bringt die OM-1 auch einen neuen Prozessor der die Daten schneller verarbeiten kann.

Genauigkeit

Neben der Geschwindigkeit ist es aber auch wichtig die Genauigkeit der Erkennung zu verbessern, denn ein noch so schneller Autofokus hilft nichts wenn die Objekterkennung nicht funktioniert. Die Genauigkeit der Objekterkennung der OM-1 profitiert von zwei wesentlichen Änderungen. Zum Einen ist die Fläche der einzelnen AF Sensoren verkleinert. Dadurch werden mehr und kleinere Autofokuspunkte möglich, was zu einer besseren Differenzierung von Objekten und Vorder- bzw. Hintergrund führt. Dadurch wird die Kamera nicht mehr so sehr durch Äste oder ähnlichen Störungen irritiert. Dies führt zu einer besseren Objekterkennung. Zum Anderen sind die Algorithmen zum Erkennen der einzelnen Objekte verbessert und direkt im Prozessor verankert, der dank seiner höheren Bearbeitungsgeschwindigkeit auch die Ergebnisse schneller liefern kann. Die Kamera ist also schneller in der Lage auf Änderungen vor dem Objektiv zu reagieren.

Eisvogel

Funktionale Verbesserungen

Die OM-1 hat aber glücklicherweise nicht nur Verbesserungen in der Geschwindigkeit und Genauigkeit erfahren. Bei der E-M1X war die intelligente Objekterkennung nur verfügbar wenn man C-AF + Tracking aktiviert hatte und hat dabei die gesamte Sensorfläche beim Fokussieren berücksichtigt. Dies führte dazu, dass bei mehren Objekten der Fotograf nur schwer erkennen konnte welches der Objekte fokussiert wurde.  Selbst wenn die Kamera immer das Objekt welche am nächste zu den gewählten AF Punkten ausgewählt hat.

Bei der OM-1 dagegen steht die intelligente Objekterkennung auch im S-AF oder „normalen“ C-AF Modus zur Verfügung. Im Unterschied zum C-AF + Tracking, das nach dem Auslösen dem fokussierten Objekt folgt, bleibt beim S-AF oder C-AF der Ort der Fokussiert an Ort und Stelle und reagiert entsprechend auf die Änderungen. Somit kann man nun entscheiden welche Funktion für die jeweiligen Ansprüche im Bild besser passt.

Fazit

Die neue  Generation der Objekterkennung ist eine wesentliche Verbesserung gegenüber der vor 3 Jahren vorgestellten E-M1X. Alle Aspekte, die einen Einfluß auf die Objekterkennung haben, wurden wesentlich verbessert. Im Zusammenspiel von neuem Sensor, neuem Prozessor und neuen Algorithmen bekommt man  ein Packet, dass es einem wesentlich erleichtert Objekte wie  Vögel im Flug zu fotografieren. Diese Entwicklung zeigt auch, was wir in Zukunft von neuen Kameragenerationen erwarten können. Statt immer nur die Pixelanzahl zu erhöhen, wird es immer mehr in die Richtung computergestützte Fotografie gehen, bei der die Kamera  Funktionen zur Verfügung stellt, die es dem Fotografen leichter mach Ergebnisse zu erreichen. Schließlich sind 20 Millionen Pixel, der OM-1 mehr als genug die Bilder in  jeder gewünschten Größe auszudrucken und and die Wand zu hängen.

M.Zuiko Digital ED 40-150mm F4 PRO vorgestellt

Neben der OM-1 ist die Vorstellung eines neuen Meilensteins beinahe untergegangen. Mit dem M.Zuiko Digital ED 40-150mm F4.0 PRO hat OM Digitalsolutions ein sehr kompaktes Telezoom vorgestellt. Es sucht bezüglich Größe und Gewicht seines Gleichen sucht. Ein kleineres und leichteres Telezoom Objektiv mit einer Bildqualität die professionelle Fotografen zufrieden stellt gibt es bisher am Markt nicht. Dazu ist es noch Spritzwasser-, Staub- und Frostgeschützt.

Ein Meilenstein

Wieso ist das Objektiv ein wichtiger Meilenstein? Der große Vorteil von Micro Four Thirds Kameras ist, dass das Objektiv einen kleineren Bildkreis abdecken muss als Kleinbildobjektive. Dadurch werden die Objektive kleiner und leichter. In der Vergangenheit hatte sich Olympus auf die lichtstarken PRO Objektive konzentriert. Die zwar kleiner und leichter als die der Kleinbildkameras waren, aber dennoch nicht super leicht und klein. Deshalb wurden in den letzten Jahren an der Serie mit Blende 4 gearbeitet. Den Anfang machte das M.Zuiko Digital ED 12-45mm F4.0 PRO. Es wurde im Februar 2020 zusammen mit der E-M1 Mark III vorgestellt. Als zweites Objektiv kam im Sommer 2021 das Weitwinkelzoom M.Zuiko Digital ED 8-25mm F4.0 PRO Objektiv auf den Markt. Mit dem M.Zuiko Digital ED 40-150mm F4.0 PRO komplettiert nun OM Digital Solutions die Serie mit einem Telezoom. Somit wird der Brennweitenbereich von 8-150mm abgedeckt. Vergleicht man die Gewichte der einzelnen Objektive ist speziell das 40-150mm F4.0 wesentlich leichter als dessen F2.8 Bruders. Es wiegt ungefähr die Hälfte. Nimmst Du statt den drei F2.8 Objektive die F4.0 Objektive mit auf Fototour musst Du nur 1047g statt 1676g tragen. Dies entspricht einer Gewichtsersparnis von 60%.

Bildqualität

Beim neuen M.Zuiko Digital ED 40-150mm F4.0 PRO handelt es sich um ein Objektiv der PRO Serie. Deshalb kann man auch eine entsprechende Bildqualität erwarten. Sieht man sich den optischen Aufbau an ähnelt er doch sehr dem F2.8 Objektiv. Vergleicht man die MFT Kurven bei offen Blende sieht man auch, das beide Objektive ähnliche Qualität liefern. Allerdings bringt das F2.8 Objektive diese Leistung bei eine Blendenstufe mehr. Bei Blende 4 wird es sicherlich eine bessere optische Leistung bringen. Schließlich ist es auch wesentlich teurer.

Fazit

Alles im allen denke ich, dass das 40-150mm F4.0 eine wichtige Ergänzung im Objektiv Portfolio von OM Digital Solution ist. Es schließt die Lücke zwischen dem F2.8 PRO und dem Standard 40-150mm F4-5.6. Es gibt gegenüber des größeren Bruders allerdings ein Nachteil es ist nicht kompatibel mit den Telekonvertern MC-14 und MC-20. Dies mach die F2.8 Variante dann doch flexibler einsetzbar. Wer diese Kompatibilität nicht braucht und mit einer Blende weniger Lichtstärke auskommt, für den ist das neue M.Zuiko Digital ED 40-150mm F4.0 sicherlich eine Überlegung Wert. Vor allem dann wenn Gewicht und Größe eine große Rolle in den Überlegungen spielt.