OM-3 Praxistest
OM-3 Praxistest

OM-3 Praxistest

Im Februar 2025 wurde von OM Digital Solutions die OM-3 vorgestellt. Damals habe ich auf der Basis vorliegender Informationen den Artikel “Meinung OM System OM-3” geschrieben, in dem ich die Frage gestellt hatte, wieso es nicht eine PEN-F II geworden ist. Nun hatte ich die Gelegenheit, die OM-3 zu verwenden, und will hier meine Eindrücke teilen und zeigen, wie sich die Kamera, speziell auch nach der Vorstellung der OM System PEN Anfang September, in das gesamte Line-up von OM Digital Solutions einordnet. Über die technischen Details wurde ausreichend gesprochen, deshalb konzentriere ich mich hier auf meinen persönlichen Eindruck und ob ich mir vorstellen könnte, die Kamera zu verwenden.

Das Design der OM-3

Diejenigen, die mich kennen, wissen, dass ich ein großer Fan von einem Kameradesign bin, das sich an den Kameras der 1970er orientiert, dabei aber nicht vergisst, moderne Bedienerführung zu bieten. Für mich ist die OM-3 genau das. Sie spielt mit Designelementen der ersten Olympus OM-1, die 1972 vorgestellt wurde, behält aber das bekannte Bedienkonzept der modernen OM Digital Solutions-Kamera bei. Ich, der die digitale OM-1 verwendet, hatte somit kein Problem, die Kamera zu bedienen.

OM System OM-3 mit Pancake-Objektiv, gespiegelt auf reflektierender Fläche

Der Nachteil des Designs liegt darin, dass die OM-3 leider keinen Handgriff besitzt. Mag das in den 70ern noch funktioniert haben, ist ein Griff heutzutage allerdings essenziell. Die modernen Objektive sind größer und schwerer als in früheren Zeiten und ein Handgriff gibt hier einfach mehr Kontrolle und die Kamera ist einfacher zu halten. Nicht umsonst gab es auch kurz nach der Vorstellung der OM-3 einige Hersteller, die einen Handgriff als Zubehör angeboten haben.

Die Handhabung der OM-3

Für mich fühlt sich die Bedienung der OM-3 sehr gewohnt an. Zum einen hat sie genau dieselbe Struktur wie meine OM-1, zum anderen kannte ich das Creative Dial schon von meiner PEN-F. Dennoch unterscheidet sich die Bedienung von der OM-1 doch essenziell, weil sie wesentlich weniger personalisierbare Knöpfe besitzt. Mir fehlten vor allem die beiden Knöpfe vorne neben dem Objektiv. Wenn du meinen Artikel “OM-1 Benutzermodi: Mein Setup für ProCapture und Panorama” gelesen hast, kannst du das gut nachvollziehen. Ich verwende die beiden Knöpfe, um schnell ProCapture SH1 bzw. SH2 zu aktivieren. Bei der Wildtier-/Vogelfotografie ist ein schneller Zugriff essenziell, ansonsten besteht die Gefahr, einen wichtigen Moment zu verpassen.

Detailaufnahme der OM System OM-3 mit den personalisierbaren Knöpfen an der Frontseite

Das Creative Dial ist dagegen eine willkommene Ergänzung. Es ermöglicht den schnellen Zugriff auf verschiedene Farb-/Schwarzweißprofile, die man auch Filmcharakteristiken nennen könnte. Interessanterweise ist Fuji mit der Bereitstellung verschiedener Filmcharakteristiken sehr erfolgreich, obwohl Olympus/OM Digital Solutions dies viel früher implementiert hatte. Anscheinend ist diese kreative Möglichkeit bei den Anwendern nicht so richtig angekommen. Vielleicht kann das Creative Dial dies ändern, denn dadurch werden die kreativen Farbmodi ein wenig beworben.

Der “CP”-Button ist praktisch, aber kein wirklicher Zugewinn. Andere Kameras geben dir auch die Möglichkeit, direkt auf die computational modes zuzugreifen und zwischen diesen umzuschalten. Auch hier sind die Bezeichnung des Knopfes und die Kommunikation eher unter Marketing zu verbuchen, als dass sie einen zusätzlichen Nutzen für den Anwender bringen.

Die OM-3 im OM System Line-up

Auch wenn die Kamera für mich nur wenig Sinn ergibt, hat die OM-3 ihre Berechtigung im OM System Line-up. Für wen welche OM-Kamera am besten passt, habe ich in “OM-3 vs. OM-5 Mark II vs. OM-1 Mark II” ausführlich dargelegt. Hier nur kurz. Bist du ein Wildlife-Fotograf, ist die OM-1 die bessere Wahl. Willst du aber die Kamera in deinem Alltag verwenden und machst eher Streetfotografie, dann ist die OM-3 die bessere Wahl. Technisch bietet sie vieles, was auch die OM-1 bietet, ist dabei aber nicht so flexibel personalisierbar.

Wie siehst du die OM-3, und welche Kamera verwendest du? Ich freue mich über ein paar Kommentare und eine Diskussion über die Anwendungsgebiete der beiden Kameras.

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