AI detection AF der OM SYSTEM OM-1

Mit der OM-1 hat OM Digitalsolutions,  die  intelligente Objekterkennung  die mit der OM-D E-M1X eingeführt wurde,  auf ein neues Level gehoben. Neben der zusätzlichen Erkennung von Katzen und Hunden ist sowohl die Geschwindigkeit der Erkennung als auch die Genauigkeit wesentlich verbessert worden. Ich beschreibe hier welche Verbesserungen implementiert sind.

Geschwindigkeit

Bei der OM-1 gibt es für die intelligente Objekterkennung zwei wesentliche Neuerungen. Das ist zum Einen der Sensor und zum Anderen der Bildprozessor. 

Beim Sensor handelt es sich um einen Backside Illuminated Stacked CMOS Sensor, der Pixel besitzt, die in vier Subpixel unterteilt sind. Dieses Design bringt zwei erhebliche Verbesserungen gegenüber der OM-D E-M1X. Ein Stacked Sensor kann wesentlich schneller ausgelesen werden und stellt somit die für den Autofokus notwendigen Informationen schneller zur Verfügung. Die vier Subpixel werden einzeln ausgelesen und somit als Kreuzsensoren für den Phasendifferenz  Autofokus eingesetzt. Das ist auch der Grund weshalb die OM-1 eine 100% Abdeckung von Autofokussensoren über die Sensorfläche hat. Doch ein schnelleres Auslesen des Sensors ist nur die halbe Miete. Um wirklich Nutzen daraus zu ziehen, muss der Bildprozessor entsprechend  schnell bei der Verarbeitung sein. Deshalb bringt die OM-1 auch einen neuen Prozessor der die Daten schneller verarbeiten kann.

Genauigkeit

Neben der Geschwindigkeit ist es aber auch wichtig die Genauigkeit der Erkennung zu verbessern, denn ein noch so schneller Autofokus hilft nichts wenn die Objekterkennung nicht funktioniert. Die Genauigkeit der Objekterkennung der OM-1 profitiert von zwei wesentlichen Änderungen. Zum Einen ist die Fläche der einzelnen AF Sensoren verkleinert. Dadurch werden mehr und kleinere Autofokuspunkte möglich, was zu einer besseren Differenzierung von Objekten und Vorder- bzw. Hintergrund führt. Dadurch wird die Kamera nicht mehr so sehr durch Äste oder ähnlichen Störungen irritiert. Dies führt zu einer besseren Objekterkennung. Zum Anderen sind die Algorithmen zum Erkennen der einzelnen Objekte verbessert und direkt im Prozessor verankert, der dank seiner höheren Bearbeitungsgeschwindigkeit auch die Ergebnisse schneller liefern kann. Die Kamera ist also schneller in der Lage auf Änderungen vor dem Objektiv zu reagieren.

Eisvogel

Funktionale Verbesserungen

Die OM-1 hat aber glücklicherweise nicht nur Verbesserungen in der Geschwindigkeit und Genauigkeit erfahren. Bei der E-M1X war die intelligente Objekterkennung nur verfügbar wenn man C-AF + Tracking aktiviert hatte und hat dabei die gesamte Sensorfläche beim Fokussieren berücksichtigt. Dies führte dazu, dass bei mehren Objekten der Fotograf nur schwer erkennen konnte welches der Objekte fokussiert wurde.  Selbst wenn die Kamera immer das Objekt welche am nächste zu den gewählten AF Punkten ausgewählt hat.

Bei der OM-1 dagegen steht die intelligente Objekterkennung auch im S-AF oder „normalen“ C-AF Modus zur Verfügung. Im Unterschied zum C-AF + Tracking, das nach dem Auslösen dem fokussierten Objekt folgt, bleibt beim S-AF oder C-AF der Ort der Fokussiert an Ort und Stelle und reagiert entsprechend auf die Änderungen. Somit kann man nun entscheiden welche Funktion für die jeweiligen Ansprüche im Bild besser passt.

Fazit

Die neue  Generation der Objekterkennung ist eine wesentliche Verbesserung gegenüber der vor 3 Jahren vorgestellten E-M1X. Alle Aspekte, die einen Einfluß auf die Objekterkennung haben, wurden wesentlich verbessert. Im Zusammenspiel von neuem Sensor, neuem Prozessor und neuen Algorithmen bekommt man  ein Packet, dass es einem wesentlich erleichtert Objekte wie  Vögel im Flug zu fotografieren. Diese Entwicklung zeigt auch, was wir in Zukunft von neuen Kameragenerationen erwarten können. Statt immer nur die Pixelanzahl zu erhöhen, wird es immer mehr in die Richtung computergestützte Fotografie gehen, bei der die Kamera  Funktionen zur Verfügung stellt, die es dem Fotografen leichter mach Ergebnisse zu erreichen. Schließlich sind 20 Millionen Pixel, der OM-1 mehr als genug die Bilder in  jeder gewünschten Größe auszudrucken und and die Wand zu hängen.

Fokus Stacking und Fokus Braketing

Normalerweise versucht man in der Fotografie ein Objekt mit Hilfe möglichst kleinem Schärfebereich von Hintergrund zu separieren. Dies hilft dabei den Blick des Betrachters. auf den wichtigen Teil des Bildes zu lenken. Es gibt aber Situationen in denen die Schärfentiefe zu klein ist und erweitert werden muss. Das ist meistens dann notwendig wenn man Makros macht uns sehr nahe am Objekt ist. Hierzu stellen viele Kameras von OM Digital Solutions das Fokus Stacking und das Fokus Bracketing bereit. Wie diese beiden Funktionen funktionieren und was sie unterscheiden will ich Euch hier aufzeigen.

Die Unterschiede zwischen Fokus Staking und Fokus Bracketing

Wenn Du Kameras der OM-D Reihe verwendest unterscheiden sich Fokus Bracketing von Fokus Stacking prinzipiell in zwei Punkten.

  1. Beim Fokus Stacking können maximal 15 Bilder gemacht werden. Bei Fokus Brackting können je nach Kamera bis zu 999 Bilder gemacht werden.
  2. Fokus Stacking liefert nach der Aufnahme eine JPEG Datei, die aus den verschiedenen Bildern zusammengesetzt ist. Zusätzlich bekommst Du noch die Einzelaufnahmen in RAW / JEPG. Fokus Bracketing dagegen liefert keine zusammengesetzte Datei sondern “nur” die einzelnen Bilder im eingestellten Format. Diese Bilder kannst du im Nachhinein mit Software zusammenfügen.

Mit beiden Methoden kannst du die Schärfentiefe deiner Bilder vergrößern. Focus stacking ist dabei einfacher zu handhaben. Das Ergebnis ist direkt nach der Aufnahme vorhanden. Die Kamera kann bereits vor der Aufnahme anzeigen wieviel vom Bild, durch das Zusammenfügen, verloren geht. Fokus Bracketing dagegen ist dann sinnvoll wenn die Anzahl der Bilder, die beim Fokus Stacking verfügbar sind, nicht ausreichen.

Zu guter Letzt ist noch wichtig zu wissen, dass Fokus Bracketing mit allen Micro Four Thirds Objektiven, die Autofokus unterstützen, verwendbar ist. Bei Fokus Stacking aber nur kompatible Objektive verwendet werden können. Welche dass sind, hängt von der Kamera, die ihr verwendet ab. Dies wird bei der Vorstellung neuer Objektive auch immer wieder angepasst. Deshalb schaut Ihr am besten auf den Webseiten von OM Digitalsolutions nach.

Die Einstellungen für Fokus Stacking

Im “Aufnahmemenü 2” gibt es den Eintrag “Belichtungsreihe”. Wähle es aus und navigiere zu “Focus BKT” und öffne das Menü in dem du die Kreuztaste nach rechts drückst.

In dem du hier Fokus Stacking ein oder aus machst, kannst du hier auswählen ob du “nur” Fokus Bracketing verwenden willst, oder die Bilder die aufgenommen wurden gleich in der Kamera zusammensetzen werden sollen.

Die Anzahl der von dir gewünschten Aufnahmen kannst du über “Anzahl der Aufnahmen” wählen. Hast du dich dafür entschieden die Bilder bereits in der Kamera zusammensetzen zu lassen, sind hier maximal 15 Bilder möglich.

Desweiteren kannst du mit “Fokusunterschied” wählen wie groß der Fokusabstand zwischen den Bilder sein soll.

Welchen Wert du hier einstellen musst hängt von Abstand von Objekt, Blende und Brennweite ab. Deshalb kann man auch nicht pauschal sagen welcher Wert hier der beste ist. Deshalb empfehle ich dir mit der Standardeinstellung 5 zu starten. Ändere nur dann etwas wenn du siehst das im finalen Bild etwas nicht passt. Als Anhaltspunkt habe ich mal die Abstände der Fokuspunkte für den Fall ermittelt, dass du mit dem M.Zuiko Digital ED 60mm F2.8 Macro an der Naheinstellungsgrenze, mit offener Blende F2.8, fotografierst.

SchrittgrößeFokusabstand auf Objektebene
10.2 cm
20.3 cm
30.5 cm
40.7 cm
50.8 cm
61 cm
71.1 cm
81.3 cm
91.4 cm
101.5 cm

Solltest zu einen externen Blitz verwenden ist es sinnvoll die Blitzladezeit entsprechend einzustellen. Das verhindert, dass die Kamera eine neue Aufnahme macht obwohl der Blitz noch nicht wieder geladen ist.

Achtung:
Da Fokus Stacking den elektronischen Verschluss verwendet, ist in den Standardeinstellungen der Biltz deaktiviert. Wenn Du diesen verwenden willst musst Du Ihn zunächst im “Aufnahmemenü 2” unter “Anti-Schock/Lautlos” aktivieren.

Zum Abschluss noch eine kleine Animation von Bildern die mit unterschiedlichen Schärfeeinstellungen aufgenommen wurden.

Nach dem Zusammensetzen der einzelnen Bildern sieht das Endergebniss dann so aus. Die Schärfentiefe ist gegenüber einem einzelnen Bild erheblich vergrößert.

Endergebnis eines Bildes welches mit Fokus Stacking erstellt wurde.
Aus 15 Einzelbildern zusammengesetztes Bild

Wenn ihr Anregungen oder Kritik habt freue ich mich über einen konstuktiven Kommentar.

Vergleich der OM System Normalobjektive

Heute hat OM Digital Solutions das M.Zuiko Digital ED 20mm F1.4 PRO vorgestellt. Manche von Euch fragen sich sicherlich welchen Sinn das Objektiv hat, weil OM Digitalsolutions ja bereits 2 Normalobjektive im Angebot hat, das M.Zuiko Digital ED 25mm F1.2 PRO und das M.Zuiko Digital 25mm F1.8. Ob es für Dich ein Objektiv ist, musst Du selbst beurteilen, ich habe allerdings ein paar Vergleichsaufnahmen gemacht, die sowohl den unterschiedlichen Bildwinkel der Objektive als auch die Unterschiede im Bokeh zeigen.

Bildwinkel Unterschiede der Normalobjektive

Das erste Bild zeigt den Bildwinkel des M.Zuiko Digital ED 20mm F1.4 PRO.

Bild des 20mm F1.4 Normalobjektive
M.Zuiko Digital ED 20mm F1.4 PRO

Im Vergleich dazu zeigen beiden nächsten Bilder das M.Zuiko Digital ED 25mm F1.2 PRO und das M.Zuiko Digital 25mm F1.8. Dabei habe ich den Abstand gleich belassen und nur die Objektiv gewechselt. Deshalb wird ziemlich deutlich wie unterschiedlich die Bildwinkel der einzelnen Objektive ist.

Beispielbild aufgenommen mit dem 25mm F1.2 Normalobjektiv
M.Zuiko Digital ED 25mm F1.2 PRO
Beispielbild aufgenommen mit dem 25mm F1.8 Normalobjektiv
M.Zuiko Digital 25mm F1.8

Zusätzlich zum Unterschied zum 20mm F1.4 ist auch interessant, dass die beiden 25mm einen leicht unterschiedlichen Ausschnitt anzeigen, obwohl diese laut Datenblatt dieselbe Brennweite und denselben Bildwinkel besitzen.

Vergleich Schärfentiefe

Beim nächsten Vergleich habe ich versucht die Größe des Pilzes gleich zu halten, so kann man das Bokeh besser vergleichen. Wieder in derselben Reihenfolge wie vorher.

M.Zuiko Digital ED 20mm F1.4 PRO

Das Bild zeigt sehr schön wie toll das 20mm F1.4 den Hintergrund unscharf abbildet. Dadurch wird der Pilz schön vom Hintergrund separiert.

M.Zuiko Digital ED 25mm F1.2 PRO
M.Zuiko Digital 25mm F1.8

Im Vergleich zu dem 25mm F1.2 ist der Hintergrund des 20mm F1.4 ein wenig schärfer, gegenüber dem 25mm F1.8 etwas unschärfer. Hier noch einmal als Ausschnitt etwas größer.

M.Zuiko Digital ED 20mm F1.4 PRO
M.Zuiko Digital ED 25mm F1.2 PRO
M.Zuiko Digital 25mm F1.8

Nicht nur im Bildwinkel, Größe, Gewicht und Preis liegt das M.Zuiko Digital ED 20mm F1.4 PRO zwischen den beiden 25mm Objektiven sondern auch in der Möglichkeit das Objektive vom Hintergrund freizustellen. Welches der Objektive für Dich am geeigneten sind kannst nur Du entscheiden.

Hier findest du Details über das M.Zuiko Digital ED 20mm F1.4.

Neues M.Zuiko Digital ED 20mm F1.4 PRO vorgestellt

Nachdem OM Digital Solutions am 27. Oktober die neue Brand OM System vorgestellt hat, ist das M.Zuiko Digital 20mm F1.4 PRO das erste Produkt, welches sich mit der neuen Marke schmücken darf. Zukünftige Produkte von OM Digital Solutions werden dann auch unter der Marke OM System veröffentlich. Die Marke Olympus wird über die Zeit neuer Produktvorstellungen langsam verschwinden. Einige Nostalgiker werden dass sicherlich nicht gut finden. Mir persönlich ist die Marke die auf dem Produkt steht relativ egal, solange die Qualität stimmt.

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Haptik und Design

Da das Objektiv „PRO“ im Namen trägt sieht es äußerlich den anderen „PRO“ Objektiven von OM Digital Solutions sehr ähnlich. Wie beim 12-45mm Objektive lag der Fokus der Entwicklung allerdings auf einer möglichst kleine Größe. Deshalb besitzt es weder einen Fokus Clutch noch einen L-Fn Funktionsknopf. Es fühlt sich sehr hochwertig and und der Fokusring machte einen soliden und verlässlichen Eindruck. Genauso wie man des von einem Objektiv der PRO Serie erwarten kann. Im Gegensatz zu den F1.2 Objektive hat die Streulichtblende keinen Knopf der sicherstellt, dass die Streulichtblende nicht ausversehen verloren  geht. Sie rastet allerdings am Endpunkt sehr solide ein. Ich habe nicht den Eindruck, dass sie sich einfach von alleine lösen wird.

Wetterbeständigkeit

Wie on OM Digital Solutions gewöhnt bringt das Objektiv einen sehr guten Staub- und Spritzwasserschutz mit sich. Es kann auch in Temperaturen unter 0°C verwendet werden. Auch hier entspricht es dem „PRO“ Standard. Nach dem 150-400mm F4.5 und dem 8-25mm F4 ist des das dritte Objektiv, welches auch über ein Fluorine Coating verfügt. Dies vereinfacht die Reinigung der Frontlinse wesentlich, da Flüssigkeiten durch das Coating auf der Oberfläche nicht mehr haften können.

Sonnenaufgang Seevetal

Brennweite und Bildwinkel

Mit 20mm bietet das Objektiv einen Bildwinkel von 57°. Das entspricht einem sogenannten Normalobjektiv, das dem menschlichen Blickwinkel, der sich zwischen 50° und 60° befindet, sehr gut nachbildet. Genau genommen handelt es sich hier sogar eher um ein Normalobjektiv als bei 25mm, welches einen Bildwinkel von 47° besitzt. Dennoch ist die Brennweite ein wenig gewöhnungsbedürftig, weil viele Fotografen entweder ein 25mm oder ein 17mm bevorzugen. Da OM Digitalsolutions aber hier bereits ein F1.2 und F1.8 Angebot hat, kann ich es durchaus nachvollziehen, dass das F1.4 Objektiv in dieser Brennweite vorgestellt wurde. Es ordnet sich also genau zwischen dem 17mm und dem 25mm Objektiven ein und liefert somit neue kreative Möglichkeiten.

Qualität und Geschwindigkeit

Wie man es von einem PRO Objektiv erwarten kann, ist sowohl die Schärfe in der Mitte also auch am Rand hervorragend. Verzeichnungen an den Bildrändern sind weder in JPEG Files noch in RAW Dateien wahrnehmbar und gut unter Kontrolle. Auch konnte ich in den Bildern die ich gemacht habe keinerlei chromatische Aberration feststellen. Fehlerkorrektur eines Objektives ist das Eine, Bildcharakteristik das Andere. Mit einer maximalen Blendenöffnung von F1.4 ist es das 20mm nur gering lichtschwächer als die F1.2 Objektive. Du kannst mit dem Objektiv den Hintergrund hervorragend in der Unschärfe verschwinden lassen. Das 20mm Objektiv unterstützt das sogenannte „Feathered Bokeh“ welches einen weichen Übergang von Schärfe in den Unschärfebereich garantiert. Dadurch bekommst du einen schönen harmonischen unscharfen Hintergrund auch dann wenn sich Dinge mit harten Kanten im Hintergrund überlappen.

Zum Fokussieren wird bei OM Digital Solutions nur eine Linse bewegt, was gerade beim Kontrasautofokus enorme Vorteile bringt. Zum Fokussieren muss weniger Masse bewegen werden und somit sind Richtungsänderungen beim Fokussieren schneller möglich. Das merkst du auch in der Praxis, der Fokus ist sehr schnell und zuverlässig.

Magdeburger Dom

Fazit

Auch wenn 20mm eine eher untypische Brennweite ist, findet man in der Historie doch einige Objektive die den Bildwinkel von 57° abdecken. So zum Beispiel das Olympus OM 40mm F2, welches in den 80er Jahren in wenigen Stückzahlen gebaut wurde. Aber auch andere Hersteller hatten bereits Objektive mit einem solchen Bildwinkel im Programm. Die Brennweite ist sehr flexibel einsetzbar. Sie eignet sich nicht nur für Street und Portraitaufnahmen sondern auch für Landschaft, Reportage und Dokumentation.

Durch die hohe Lichtstärke und die kurze Naheinstellungsgrenze eignet sich das Objektiv auch hervorragend Objekte vom Hintergrund abzuheben. Das sogenannte Feathered Bokeh läßt dabei den Hintergrund schön harmonisch wirken. Die Schärfe und Verzerrungskorrektur ist hervorragend. Das Objektiv trägt zu Recht „PRO“ in seinem Namen. Wer nicht noch mehr Lichtstärke und noch mehr Qualität benötigt und deshalb zu einem der F1.2 Objektiven greift, ist mit dem M.Zuiko Digital ED 20mm F1.4 PRO sehr gut bedient. Es hat zwar geringfügig weniger Lichtstärke, dafür ist es aber wesentlich leichter und kompakter ist.

Wenn Du das 20mm F1.4 im Vergleich mit den anderen Normalobjektiven von OM Digitalsolutions sehen willst findest du diesen im Artikel “Vergleich der OM System Normalobjektive”.

Hat der Term Brennweite ausgedient?

Bild der weißen Olympus PEN E-P7

Zu analogen Zeiten war die Welt noch einfach. Wenn man von den Mittelformatkameras, die sich damals nur professionelle Fotografen leisten konnten, mal absieht, gab es den Kleinbildfilm für den die Hersteller Kameras anboten. Alle Brennweiten waren untereinander leicht und einfach zu vergleichen. Heutzutage gibt es allerdings gleich mehrere Formate. Neben dem Kleinbild gibt es noch das APS-C und das Micro Four Thirds Format, die durch unterschiedliche Sensorgrößen bei gleicher Brennweite einen anderen Bildwinkel aufzeichnen. Erschwerend kommt noch hinzu, dass die APS-C Kamera ebenfalls leicht unterschiedliche Größen besitzen. Bei Canon ist APS-C 22,3×14,9 mm2. Bei Nikon 23,5×15,6mm2 was sich wenig anhört aber dann doch einen Unterschied im aufgezeichneten Bildwinkel macht.

Zu analog Zeiten hatten sich die Kunden and die Brennweitenangabe im Kleinbildformat gewöhnt. Dies hatte zur Folge, dass zu Beginn des digitalen Zeitalters die Brennweiten anderer Sensorformate mit dem sogenannten Cropfaktor auf Kleinbild umgerechnet wurden. Das half dem Anwender zu verstehen welchen Bildwinkel er mit dem Objektiv aufnehmen konnte.

Die Herangehensweise war zu Beginn sicherlich sinnvoll. Die gesamte Zeilgruppe der Hersteller war die Brennweitenangaben von den analogen Kamera gewohnt. Somit war es einfacher neue Produkte zu verkaufen. Heutzutage ist das aber nicht mehr der Fall, da die junge Generation nicht mit dem Kleinbildformat aufgewachsen ist. So stelle ich immer wieder fest, dass ich in fragende Augen schaue wenn ich von Cropfaktor spreche und versuche zu erklären, dass das Objektiv mit der Brennweite von 25mm im Micro Four Thirds Format denselben Bildwinkel (Ausschnitt) wie einem 50mm Objektiv im Kleinbild aufnimmt. Schließlich steht auf dem Objektiv, meistens sehr prominent 25mm und nicht 50mm.

Wieso verwenden wir nicht den Bildwinkel?

In den Spezifikationen der Objektive geben die Hersteller immer auch den Bildwinkel an. Bei einem 25mm im Micro Four Thirds Format und bei einem 50mm im Kleinbildformat ist dieser mit 47° identisch ist. Würden die Hersteller also statt der Brennweite den Bildwinkel auf die Objektive schreiben wäre wieder ein Vergleich, ohne jegliche Umrechnung, möglich. Selbst Neueinsteiger würden verstehen dass die beiden Objektive für denselben Zweck einzusetzen sind. Klare wäre es für die Experten unter uns zunächst einmal eine Umstellung. Wer hat schon für jedes Objektiv den Bildwinkel im Kopf? Es ist aber nur eine Frage der Zeit sich umzugewöhnen.

Fazit

Mir ist bewusst, dass es sich hier nur um ein theoretisches Gedankenspiel handelt. Dazu ist die gängige Praxis zu sehr verwurzelt. Vor allem die Hersteller, die Kleinbildsensoren einsetzen, haben ein starkes Interesse diese Sensorgröße als Referenz zu haben. Dies stärkt deren Position als Heiliger Gral der Bildqualität. Vom Endanwender gedacht macht es aber durchaus Sinn den Bildwinkel zu verwenden, denn alle Objektive wären direkt vergleichbar. Eine Umrechnung von Brennweiten wäre nicht notwendig. Ja vielleicht nicht für diejenigen unter Euch die sich gut auskennen, aber all diejenigen die neu in die Fotografie einsteigen und von alle dem keine Ahnung haben, werden es einfacher haben.

Eure Meinung ist gefragt

Ich freue mich mit Euch das Thema zu diskutieren. Also hinterlasst einen Kommentar mit Eure Perspektiv bzw. Meinung. Ich freue mich über eine sachliche Diskussion mit Euch.