Neues M.Zuiko Digital ED 20mm F1.4 PRO vorgestellt

Nachdem OM Digital Solutions am 27. Oktober die neue Brand OM System vorgestellt hat, ist das M.Zuiko Digital 20mm F1.4 PRO das erste Produkt, welches sich mit der neuen Marke schmücken darf. Zukünftige Produkte von OM Digital Solutions werden dann auch unter der Marke OM System veröffentlich. Die Marke Olympus wird über die Zeit neuer Produktvorstellungen langsam verschwinden. Einige Nostalgiker werden dass sicherlich nicht gut finden. Mir persönlich ist die Marke die auf dem Produkt steht relativ egal, solange die Qualität stimmt.

Völkerschlachtdenkmal Leipzig

Haptik und Design

Da das Objektiv „PRO“ im Namen trägt sieht es äußerlich den anderen „PRO“ Objektiven von OM Digital Solutions sehr ähnlich. Wie beim 12-45mm Objektive lag der Fokus der Entwicklung allerdings auf einer möglichst kleine Größe. Deshalb besitzt es weder einen Fokus Clutch noch einen L-Fn Funktionsknopf. Es fühlt sich sehr hochwertig and und der Fokusring machte einen soliden und verlässlichen Eindruck. Genauso wie man des von einem Objektiv der PRO Serie erwarten kann. Im Gegensatz zu den F1.2 Objektive hat die Streulichtblende keinen Knopf der sicherstellt, dass die Streulichtblende nicht ausversehen verloren  geht. Sie rastet allerdings am Endpunkt sehr solide ein. Ich habe nicht den Eindruck, dass sie sich einfach von alleine lösen wird.

Wetterbeständigkeit

Wie on OM Digital Solutions gewöhnt bringt das Objektiv einen sehr guten Staub- und Spritzwasserschutz mit sich. Es kann auch in Temperaturen unter 0°C verwendet werden. Auch hier entspricht es dem „PRO“ Standard. Nach dem 150-400mm F4.5 und dem 8-25mm F4 ist des das dritte Objektiv, welches auch über ein Fluorine Coating verfügt. Dies vereinfacht die Reinigung der Frontlinse wesentlich, da Flüssigkeiten durch das Coating auf der Oberfläche nicht mehr haften können.

Sonnenaufgang Seevetal

Brennweite und Bildwinkel

Mit 20mm bietet das Objektiv einen Bildwinkel von 57°. Das entspricht einem sogenannten Normalobjektiv, das dem menschlichen Blickwinkel, der sich zwischen 50° und 60° befindet, sehr gut nachbildet. Genau genommen handelt es sich hier sogar eher um ein Normalobjektiv als bei 25mm, welches einen Bildwinkel von 47° besitzt. Dennoch ist die Brennweite ein wenig gewöhnungsbedürftig, weil viele Fotografen entweder ein 25mm oder ein 17mm bevorzugen. Da OM Digitalsolutions aber hier bereits ein F1.2 und F1.8 Angebot hat, kann ich es durchaus nachvollziehen, dass das F1.4 Objektiv in dieser Brennweite vorgestellt wurde. Es ordnet sich also genau zwischen dem 17mm und dem 25mm Objektiven ein und liefert somit neue kreative Möglichkeiten.

Qualität und Geschwindigkeit

Wie man es von einem PRO Objektiv erwarten kann, ist sowohl die Schärfe in der Mitte also auch am Rand hervorragend. Verzeichnungen an den Bildrändern sind weder in JPEG Files noch in RAW Dateien wahrnehmbar und gut unter Kontrolle. Auch konnte ich in den Bildern die ich gemacht habe keinerlei chromatische Aberration feststellen. Fehlerkorrektur eines Objektives ist das Eine, Bildcharakteristik das Andere. Mit einer maximalen Blendenöffnung von F1.4 ist es das 20mm nur gering lichtschwächer als die F1.2 Objektive. Du kannst mit dem Objektiv den Hintergrund hervorragend in der Unschärfe verschwinden lassen. Das 20mm Objektiv unterstützt das sogenannte „Feathered Bokeh“ welches einen weichen Übergang von Schärfe in den Unschärfebereich garantiert. Dadurch bekommst du einen schönen harmonischen unscharfen Hintergrund auch dann wenn sich Dinge mit harten Kanten im Hintergrund überlappen.

Zum Fokussieren wird bei OM Digital Solutions nur eine Linse bewegt, was gerade beim Kontrasautofokus enorme Vorteile bringt. Zum Fokussieren muss weniger Masse bewegen werden und somit sind Richtungsänderungen beim Fokussieren schneller möglich. Das merkst du auch in der Praxis, der Fokus ist sehr schnell und zuverlässig.

Magdeburger Dom

Fazit

Auch wenn 20mm eine eher untypische Brennweite ist, findet man in der Historie doch einige Objektive die den Bildwinkel von 57° abdecken. So zum Beispiel das Olympus OM 40mm F2, welches in den 80er Jahren in wenigen Stückzahlen gebaut wurde. Aber auch andere Hersteller hatten bereits Objektive mit einem solchen Bildwinkel im Programm. Die Brennweite ist sehr flexibel einsetzbar. Sie eignet sich nicht nur für Street und Portraitaufnahmen sondern auch für Landschaft, Reportage und Dokumentation.

Durch die hohe Lichtstärke und die kurze Naheinstellungsgrenze eignet sich das Objektiv auch hervorragend Objekte vom Hintergrund abzuheben. Das sogenannte Feathered Bokeh läßt dabei den Hintergrund schön harmonisch wirken. Die Schärfe und Verzerrungskorrektur ist hervorragend. Das Objektiv trägt zu Recht „PRO“ in seinem Namen. Wer nicht noch mehr Lichtstärke und noch mehr Qualität benötigt und deshalb zu einem der F1.2 Objektiven greift, ist mit dem M.Zuiko Digital ED 20mm F1.4 PRO sehr gut bedient. Es hat zwar geringfügig weniger Lichtstärke, dafür ist es aber wesentlich leichter und kompakter ist.

Wenn Du das 20mm F1.4 im Vergleich mit den anderen Normalobjektiven von OM Digitalsolutions sehen willst findest du diesen im Artikel “Vergleich der OM System Normalobjektive”.

Meine Erfahrungen mit dem M.Zuiko Digital ED 8-25mm F4.0 PRO

Landschaftsfotografie ist ein unter Fotografen beliebtes Thema. Es birgt nur geringe Zugangsvoraussetzungen und du kannst, da die Natur sich nicht zu schnell bewegt, dich beim Fotografieren auch viel Zeit lassen und musst die Kamera nicht unbedingt aus dem Effeff beherrschen. Mit dem M.Zuiko Digital ED 8-25mm F4.0 PRO stellt OM Digitalsolutions nun ein drittes Weitwinkelzoom für den Micro Four Thirds Standard vor. 

Obwohl Panasonic ebenfalls drei Weitwinkelzooms im Portfolio hat, ist das neue Objektiv durchaus eine Überlegung wert. Auch im Besonderen weil, in der Landschaftsfotografie, eine Anfangsblende von 4 nicht von Nachteil ist.

M.Zuiko Digital ED 8-25mm F4 PRO Ansicht von oben

Innere Werte

Der große Vorteil des Objektives ist der große Zoombereich. Es deckt mit 8mm den Ultraweitwinkelbereich ab und geht mit 25mm bis zum Normalbrennweitenbereich. Deshalb kann es neben der Landschaftsfotografie auch für Street und Portraitaufnahmen verwendet werden. Im Gegensatz zum 7-14mm Objektiv von Olympus besitzt es eine plane Frontlinse. Dadurch kann man ohne einen speziellen Adapter normale Filtersysteme verwenden. Mit einem Filterdurchmesser von 72mm teilt es die Filtergröße mit dem 12-100mm, 40-150mm und dem 100-400mm. Besitz man eines diese Objektive bereits können also die Filter auch für dieses Objektiv verwendet werden. Wenn man sich an die maximale Filterdicke von 4mm hält gibt es auch selbst in der 8mm Stelltung keine Vignettierung.

Damit das Objektiv beim Transport möglichst klein ist, kann es eingefahren werden. Im Gegensatz zum 9-18mm musst du hierfür allerdings keinen Knopf drücken, sondern lediglich einen Widerstand überwinden. Diese Widerstand ist dabei groß genug, dass man diesen nicht unabsichtlich überwindet, aber man muss dennoch nicht zu viel Kraft aufwenden. Dies reduziert die Komplexität der Konstruktion und erleichtert es das Objektiv vor Staub und Spritzwasser zu schützen. Nachteil der Konstruktion ist, dass sich die Länge beim Zoomen verändert.

M.Zuiko Digital ED 8-25mm F4 @8mm
M.Zuiko Digital ED 7-14mm F2.8 @7mm

Obwohl das 8-25mm einen wesentlich größeren Zoombereich abdeckt ist es nicht größer als das 7-14mm Objektiv und wiegt wesentlich weniger. Wie alle Pro Objektive von OM Digital Solutions ist es Spritzwasser und Staub geschützt und kann bis -10°C verwendet werden. 

Neben dem Fokusring, mit dem man durch einfaches ziehen von Autofokus in den manuellen Fokus umstellen kann, ist ebenso vorhanden wie ein programmierbarer Funktionsknopf.

Bildqualität

Wie alle Pro Objektive von OM Digital Solutions liefert das 8-25mm bereits bei offener Blende eine hervorragende Bildqualität. Das gilt auch für die Bildecken, die nur geringfügig an Schärfe verlieren. Ab Blende 11 wird das Objektiv weicher. Das kann auf die Beugung zurückgeführt werden und will man die best mögliche Schärfe erreichen sollte man mit Blende 11 oder offener arbeiten. Sollte die Schärfentiefe für die Aufnahme nicht ausreichend sein, kann man auf Fokus-Stacking oder Fokus-Bracketing zurückgreifen. Dies wird, wenn die neuste Firmware installiert ist,  von der E-M1X, E-M1 Mark III, E-M1 Mark II und E-M5 Mark III unterstützt.

Die Schärfe des Objektives ist mit dem des M.Zuiko Digital ED 7-14mm F2.8 PRO auf Augenhöhe und braucht sich vor keinem anderen Objektiv verstecken. 

Verzeichnung ist von 25 – 12mm kein großes Thema. Bei kürzeren Brennweiten ist eine tonnenförmige Verzeichnung sichtbar, wenn du die RAW Dateien ohne das in der Datei angehängte Profil entwickelt. Verwendest du das angehängte Profil, ist die Verzeichnung hervorragend korrigiert.

Fazit

Das dritte Weitwinkel Zoom von OM Digitalsolutions ist am Markt einzigartig. Es deckt nicht nur den Weitwinkelbereich ab sondern geht mit 25mm bis zur Normalbrennweite und ist somit universell einsetzbar. Die Bildqualität ist in allen Belangen hervorragend. 

Im Weitwinkelbereich fehlt gegenüber dem M.Zuiko Digital ED 7-14mm F2.8 nur ein Millimeter und wenn man nicht gerade Nachhimmel fotografiert fällt die Blende weniger Lichtstärke auch nicht besonders ins Gewicht. Dabei ist das 8-25mm kleiner und leichter als das 7-14 mm. Wenn man Landschafts- oder Architekturfotograf ist, würde ich es dem 7-14mm bevorzugen. Für Fotografen, die viel unterwegs sind und bei denen das Gewicht eine Rolle spielt ist das 8-25mm die bessere Wahl. Es ist zwar nicht wesentlich kleiner und leichter als das 7-14mm Objektiv, aber durch sein großen Zoombereich erlaubt es einem ein Objektiv weniger mitzunehmen.

Von der Balance passt das Objektiv am Besten and die Kameras der E-M1 Serie oder E-M5 Serie. Kleinere Kameras machen es nur weniger Sinn. Hier ist das 9-18mm Objektiv besser geeignet.

Einen Bericht aus der Praxis findest du in meinem Beitrag “Almbachklamm ein natürliches Revier für die E-M1 Mark III und das 8-25mm F4 Objektiv”

M.Zuiko Digital ED 100-400mm F5-6.3 IS

Diese Woche hat Olympus das M.Zuiko Digital ED 100-400mm F5-6.3 IS vorgestellt und ich hatte die Möglichkeit damit bereits zu fotografieren. Nachdem ich die ersten Bilder gemacht hatte, was ich persönlich sehr überrascht über die hervorragende Bildqualität. Es handelt sich schließlich um ein sogenanntes Standardobjektiv und nicht um ein Pro Objektiv. Dennoch ist an der Bildqualität nichts auszusetzen, Auch an der Geschwindigkeit und der Präzision des Autofokus ist nichts auszusetzen. Die technischen Daten sind ausführlich auf vielen Webseiten beschrieben worden, deshalb will ich auf diese hier überhaupt nicht eingehen. Meine Intention hier ist über die Erfahrungen, die ich mit dem Objektiv gemacht habe zu teilen und zu beschreiben.

Lichtstärke

Das Objektiv ist mit einem Blendenbereich von 5-6.3 nicht gerade Lichtstark, weshalb man als Fotograf bei schlechten Lichtbedingungen dazu gezwungen wird die Empfindlichkeit der Kamera zu erhöhen. Ich habe mit einer Olympus OM-D E-M1 Mark III fotografiert und dabei Empfindlichkeiten bis zu 6400 ISO verwenden und bin durchweg mit den Ergebnissen zufrieden. Muss man also nicht gerade schnell bewegte Objekte bei sehr schlechten Lichtverhältnissen fotografieren, ist das Objektiv sehr gut geeignet. An die Grenzen kommt es wenn die Lichtsituation nicht ideal ist.

Beispielbild aufgenommen mit dem M.Zuiko Digital ED 100-400mm F5-6.3 IS
Beispielbild aufgenommen mit dem M.Zuiko Digital ED 100-400mm F5-6.3 IS

Brennweitenbereich M.Zuiko Digital ED 100-400mm F5-6.3 IS

Mit einem Brennweitenbereich von 100-400mm ist das Objektiv hervorragend für die Tierfotografie und im speziellen der Fotografie von Vögeln geeignet. Das Objektiv liefert einen Bildwinkel, der dem eines 200-800mm für das Kleinbildformat entspricht. Zusätzlich können die 1.4x und 2.0x Telekonverter von Olympus verwendet werden. Dadurch erreicht man einen Bildwinkel, dem Kleinbildformat entsprechend, von bis zu 1600mm. Dies hilft zusätzlich Bilder aus einer großen Entfernung aufzunehmen, was natürlich vor allem hilfreich bei Tieren, die scheu sind. Die Ergebnisse sind sowohl mit dem MC-14 als auch mit dem MC-20 sehr ansehnlich. Der Nachteil ist, dass man mit den Konvertern 1 bzw. 2 Blendenstufen an Lichtstärke verliert und so noch mehr Licht für die Aufnahme haben sollte, wenn man nicht zu sehr die Empfindlichkeit erhöhen will.

Beispielbild aufgenommen mit dem M.Zuiko Digital ED 100-400mm F5-6.3 IS

Makro Eigenschaften

Neben der herausragenden Teleobjektiveigenschaften hat das Objektiv auch noch einen sehr geringen Fokusierabstand. Dadurch kann das Objektiv auch hervorragend für Makrofotografie eingesetzt werden. Durch den geringen Aufnahmeabstand bekommt man eine sehr geringe Schärfentiefe, was zu einer sehr schönen Freistellung führt. Hier ein paar Bilder die mit geringem Aufnahmeabstand entstanden sind.

Makroaufnahme aufgenommen mit dem M.Zuiko Digital ED 100-400mm F5-6.3 IS
Makroaufnahme aufgenommen mit dem M.Zuiko Digital ED 100-400mm F5-6.3 IS
Makroaufnahme augenommen mit dem M.Zuiko Digital ED 100-400mm F5-6.3 IS
Detailaufnahme aufgenommen mit dem M.Zuiko Digital ED 100-400mm F5-6.3 IS

Bildstabilisierung des M.Zuiko Digital ED 100-400mm F5-6.3 IS

Das Objektiv verfügt zwar über eine Bildstabilisierung, aber im Gegensatz zu dem M.Zuiko Digital ED 300mm F4 IS PRO, unterstützt es kein Sync IS, bei dem die Stabilisierung von Objektiv mit der der Kamera zusammenarbeitet. Die Bildstabilisierung ist also nicht ganz so effektiv. Wenn man Olympus Kameras mit dem Objektiv einsetzt gibt es dennoch eine Verbesserung der Bildqualität wenn sowohl die Bildstabilisierung an Objektiv und an Kamera eingeschaltet ist. Dann übernimmt das Objektiv die Verschwenkachsen und die Kamera korrigiert die Rotationsbewegung, die hauptsächlich durch das Drücken des Auslösers entsteht.

Fazit

Das Objektiv ist für alle die eine lange Brennweite zu einem fairen Preis suchen ist das M.Zuiko Digital ED 100-400mm F5-6.3 IS perfekt geeignet. Mit den zusätzlichen Makroeingenschaften bietet das Objektiv einen Mehrwert und macht das es universell einsetzbar und die perfekte Ergänzung für jeden Fotorucksack. Der einzige Wermutstropfen ist die Lichtstärke, welche das Einsatzgebiet des Objektives für schlechte Lichtverhältnisse einschränkt. Für ein lichtstärkeres Objektiv muss man aber wesentlich mehr Geld auf den Tisch legen.