Fokus Stacking und Fokus Braketing

Normalerweise versucht man in der Fotografie ein Objekt mit Hilfe möglichst kleinem Schärfebereich von Hintergrund zu separieren. Dies hilft dabei den Blick des Betrachters. auf den wichtigen Teil des Bildes zu lenken. Es gibt aber Situationen in denen die Schärfentiefe zu klein ist und erweitert werden muss. Das ist meistens dann notwendig wenn man Makros macht uns sehr nahe am Objekt ist. Hierzu stellen viele Kameras von OM Digital Solutions das Fokus Stacking und das Fokus Bracketing bereit. Wie diese beiden Funktionen funktionieren und was sie unterscheiden will ich Euch hier aufzeigen.

Die Unterschiede zwischen Fokus Staking und Fokus Bracketing

Wenn Du Kameras der OM-D Reihe verwendest unterscheiden sich Fokus Bracketing von Fokus Stacking prinzipiell in zwei Punkten.

  1. Beim Fokus Stacking können maximal 15 Bilder gemacht werden. Bei Fokus Brackting können je nach Kamera bis zu 999 Bilder gemacht werden.
  2. Fokus Stacking liefert nach der Aufnahme eine JPEG Datei, die aus den verschiedenen Bildern zusammengesetzt ist. Zusätzlich bekommst Du noch die Einzelaufnahmen in RAW / JEPG. Fokus Bracketing dagegen liefert keine zusammengesetzte Datei sondern “nur” die einzelnen Bilder im eingestellten Format. Diese Bilder kannst du im Nachhinein mit Software zusammenfügen.

Mit beiden Methoden kannst du die Schärfentiefe deiner Bilder vergrößern. Focus stacking ist dabei einfacher zu handhaben. Das Ergebnis ist direkt nach der Aufnahme vorhanden. Die Kamera kann bereits vor der Aufnahme anzeigen wieviel vom Bild, durch das Zusammenfügen, verloren geht. Fokus Bracketing dagegen ist dann sinnvoll wenn die Anzahl der Bilder, die beim Fokus Stacking verfügbar sind, nicht ausreichen.

Zu guter Letzt ist noch wichtig zu wissen, dass Fokus Bracketing mit allen Micro Four Thirds Objektiven, die Autofokus unterstützen, verwendbar ist. Bei Fokus Stacking aber nur kompatible Objektive verwendet werden können. Welche dass sind, hängt von der Kamera, die ihr verwendet ab. Dies wird bei der Vorstellung neuer Objektive auch immer wieder angepasst. Deshalb schaut Ihr am besten auf den Webseiten von OM Digitalsolutions nach.

Die Einstellungen für Fokus Stacking

Im “Aufnahmemenü 2” gibt es den Eintrag “Belichtungsreihe”. Wähle es aus und navigiere zu “Focus BKT” und öffne das Menü in dem du die Kreuztaste nach rechts drückst.

In dem du hier Fokus Stacking ein oder aus machst, kannst du hier auswählen ob du “nur” Fokus Bracketing verwenden willst, oder die Bilder die aufgenommen wurden gleich in der Kamera zusammensetzen werden sollen.

Die Anzahl der von dir gewünschten Aufnahmen kannst du über “Anzahl der Aufnahmen” wählen. Hast du dich dafür entschieden die Bilder bereits in der Kamera zusammensetzen zu lassen, sind hier maximal 15 Bilder möglich.

Desweiteren kannst du mit “Fokusunterschied” wählen wie groß der Fokusabstand zwischen den Bilder sein soll.

Welchen Wert du hier einstellen musst hängt von Abstand von Objekt, Blende und Brennweite ab. Deshalb kann man auch nicht pauschal sagen welcher Wert hier der beste ist. Deshalb empfehle ich dir mit der Standardeinstellung 5 zu starten. Ändere nur dann etwas wenn du siehst das im finalen Bild etwas nicht passt. Als Anhaltspunkt habe ich mal die Abstände der Fokuspunkte für den Fall ermittelt, dass du mit dem M.Zuiko Digital ED 60mm F2.8 Macro an der Naheinstellungsgrenze, mit offener Blende F2.8, fotografierst.

SchrittgrößeFokusabstand auf Objektebene
10.2 cm
20.3 cm
30.5 cm
40.7 cm
50.8 cm
61 cm
71.1 cm
81.3 cm
91.4 cm
101.5 cm

Solltest zu einen externen Blitz verwenden ist es sinnvoll die Blitzladezeit entsprechend einzustellen. Das verhindert, dass die Kamera eine neue Aufnahme macht obwohl der Blitz noch nicht wieder geladen ist.

Achtung:
Da Fokus Stacking den elektronischen Verschluss verwendet, ist in den Standardeinstellungen der Biltz deaktiviert. Wenn Du diesen verwenden willst musst Du Ihn zunächst im “Aufnahmemenü 2” unter “Anti-Schock/Lautlos” aktivieren.

Zum Abschluss noch eine kleine Animation von Bildern die mit unterschiedlichen Schärfeeinstellungen aufgenommen wurden.

Nach dem Zusammensetzen der einzelnen Bildern sieht das Endergebniss dann so aus. Die Schärfentiefe ist gegenüber einem einzelnen Bild erheblich vergrößert.

Endergebnis eines Bildes welches mit Fokus Stacking erstellt wurde.
Aus 15 Einzelbildern zusammengesetztes Bild

Wenn ihr Anregungen oder Kritik habt freue ich mich über einen konstuktiven Kommentar.

AF Punkte personalisieren

Sowohl die E-M1X als auch die E-M1 Mark III bringen von Hause aus bereits viele voreingestellte AF Punkt Layouts mit, die man in vielen Situationen sehr gut ein setzen kann. Es gibt allerdings Situationen in denen man die Trefferquote des Autofokus erheblich verbessern kann, in dem man individualisierte AF Punkte verwendet. Die beiden Kameras bringen deshalb die Möglichkeit die AF Punkte stark zu individualisieren. Du kannst sie folgendermaßen einstellen.

1 Im Zahnrad Menü under A2 “Feldmodus-Einstellung” auswählen und mit den Kreuztasten nach rechts in das Menü gehen.

2 Hier kannst Du bis zu vier verschiedene personalisierte Voreinstellungen vornehmen und abspeichern.

3 Damit Du die Voreinstellung auswählen kannst musst Du dies noch unter “Mode-Einstellungen” aktivieren.

Hier auch noch ein kleinen Film in dem ich die Einstellungen auch noch einmal Schritt für Schritt vornehme.

Schnellauswahl von Bildern

Wenn man Funktionen, wie Serienbildaufnahmen, ProCapture oder Fokus Bracketing, verwendet kommen schnell sehr viele Bilder zusammen. Somit ist auch die SD Karte schnell gefüllt. Sicherlich wird nicht jedes Bild später auch gebraucht. Die normale Art einzelne Bilder in der Kamera zu löschen ist dauert ziemlich lange und ist deshalb nicht zielführend. Glücklicherweise gibt es in der E-M1 / OM-1 Serie eine Möglichkeit mit der du schnell und einfach viele Bilder markieren kannst.

1. Drücke die Wiedergabetaste um die Wiedergabe der Aufnahmen zu starten

2. Drehe das Hintere Wahlrad und in die Anzeige von der Einzelbildanzeige in die Briefmarkenanzeige zu wechseln. Die Methode geht zwar auch in der normalen Ansicht ist aber dann nicht so übersichtlich.

3.Wähle das erste Bild, dass du markieren willst aus, drücke und halte die Videoaufnahmetaste gedrückt.

4.Drehe das vordere oder das hintere Wahlrad um die Bilder zu markieren. Es können bis zu 200 Bilder in Folge gewählt werden.

Sobald du die Bilder ausgewählt hast, kannst du diese entweder löschen oder als geschützt bzw. zum Teilen mit OI. share markieren.

Tipps die Lebensdauer deiner Batterie zu verlängern

Auch wenn die modernen spiegellosen Systeme inzwischen Batterielaufzeiten haben, die einen über den Tag bringen, kann es dein, dass du in Situationen kommst in denen du sparsam mit der restlichen Energie sein musst. Hierzu will ich dir einige Tipps die Lebensdauer deiner Batterie zu verlängern zur Hand geben, die es die ermöglichen möglichst lange weiterzuarbeiten.

Tipp 1:
Verwende den Bildschirm und nicht den Sucher!

Auch wenn der Bildschirm auf der Rückseite deiner Kamera größer ist, als der Bildschirm den der elektronische Sucher verwendet, verbraucht dieser wesentlich weniger Energie. Das hört sich zunächst ein wenig paradox an ist aber logisch nachvollziehbar. Der Sucher hat eine höhere Pixelanzahl als der Bildschirm und jeder einzelne Bildpunkt muss umgeschaltet werden was Strom verbraucht. Außerdem wird der Sucher in aller Regel mit einer wesentlich höheren Frequenz angesteuert als der Bildschirm. Wenn man Bildpunkte öfters aktualisiert ist wiederum mehr Strom von Nöten.
Beide Faktoren führen dazu, dass der Sucher gegenüber dem Bildschirm auf der Rückseite mehr Strom verbraucht. Verwendest du also statt des Suchers den Bildschirm auf der Rückseite kannst du das Maximum an Batteriealaufzeit herausholen und somit die Lebensdauer deiner Batterie verlängern.

Tipp 2 die Lebensdauer deiner Batterie zu verlängern:
Reduziere die Bildschrimhelligkeit!

Natürlich kannst du auch noch die Einstellungen des Bildschirms optimieren. Wenn du nämlich die Helligkeit des Bildschirm reduzierst kannst du weiter Strom sparen und die Batterielaufzeit damit verlängern.

Tipp 3:
Schalte die Bildstabilisierung aus!

So gut die Bildstabilisierung in Olympus OM-D Kameras arbeitet, verbraucht die Bildstabilisierung natürlich bei jeder Korrektur eine Verwackelung Strom. Ist deine Batterie also beinahe am Ende und du muss dich entscheiden ob du weiter arbeiten oder die Bildstabilisierung verwenden willst, verzichte lieber auf die Bildstabilisierung, als dass du keine Bilder mehr machen kannst.

Super Control Panel Einstellung Bildstabilisierung

Tipp 4 die Lebensdauer deiner Batterie zu verlängern:
Schalte den Autofocus ab!

Zwar wird bei modernen Kameras der manuelle Fokus mit Hilfe der AF Motoren realisiert, du kannst dennoch Strom sparen, wenn du den Autofokus ausschaltest. Das ist vor allem dann der Fall, wenn du Objekte fotografierst die sich nicht bewegen. Dann musst du den Fokus nur einmal einstellen. Der Autofokus hingegen bewegt den Motor jedes Mal wenn du den Auslöser halb drückst. Alternativ kannst du auch die Autofokus vom Auslöseknopf entkoppeln und auf den AEL/AEF legen, dann wir der Fokus auch nur dann verstellt wenn du diesen aktiv drückst.

Super Control Panel Einstellungen Autofokus

Tipp 5:
Halte deine Batterien warm

Die Kapazität von Batterien hängt stark von der Temperatur ab. Bist du in der Kälte unterwegs ist die Lebensdauer der Batterie deshalb wesentlich kürzer als sonst. Deshalb habe ich in diesem Fall immer eine Batterie nahe am Körper, meistens in der Hosentasche, um diese warm zu halten. Dies kann ich dann verwenden wenn die Kamera in der Kamera schlapp macht.

Eigene Ordner bei OM-D Kameras anlegen

Nutzen der Funktion

Nimmst Du verschiedene Motive an einem Tag auf? Dann lege einen eigene Ordner bei OM-D Kameras an. Dies vermeidet, dass Du die Bilder zu Hause sortieren musst. Wechselt das Motiv kann man dann den Ordner entsprechend wählen. Die Bilder sind dann schon sortiert wenn man zu Hause ankommt. Je nach dem wie der eigene Workflow aussieht kann das sehr hilfreich sein und dir viel Arbeit vor dem Computer ersparen.

Eigene Ordner bei OM-D Kameras anlegen

Am einfachste erreichst Du die Einstellungen wie meistens über das sogenannte Super Control Panel. Es kann jederzeit während der Aufnahme über die “OK” Taste aufgerufen werden.

Das Supercontrol Panel eine OM-D Kamera mit dem Short cut u Eigene Bilder bei OM-D Kameras anzulegen

1 Im Super Control Panel wählst Du das kleine Kartensymbol in der linken unteren Ecken und bestätigst mit “OK”. Dadurch gelangst Du ohne Umwege in das Menü in dem Du den Ordner erstellen und auswählen kannst.

Eigenen Ordner bei OM-D Kameras anlegen

2 Wähle dort die Option “Speicherordner wählen” , In der Unteroption “wählen” kannst Du entweder einen bereits existierenden Ordner* auswählen oder einen neuen Ordner erstellen.

*Willst Du auf Deinem Rechner bereits einen Ordner erstellen? Dann musst Du darauf achten, dass dieser in dem Ordner “DCIM” liegt. Der Ordnername muss die Struktur 101OLYMP haben ansonsten erkennt die Kamera den Ordner nicht.

Ordnername

3 Entscheidest Du Dich dazu einen neuen Ordner zu erstellen. Kannst Du in folgenden Dialog die Nummer des Ordners ändern. Eine frei Namenswahl ist nicht möglich.

Hier kannst Du auch später den Ordner in den du deine Aufnahmen speichern möchtest auswählen. Bitte beachte, dass wenn die den Wiedergabeknopf nur die Bilder die im gewählten Ordner sind aufrufen kannst.
Hast Du mehrere Ordner auf der Karte kannst kannst du Bilder im Wiedergabemodus durch drücken der “OK” Taste in einen anderen Ordner bewegen und bereits Unterwegs sortieren.